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Donnerstag, 23. Juli 2015

Branchenbuch | Verlag für virtuelle Dienste | www.firmendeals.de

Branchenbuch | Verlag für virtuelle Dienste | www.firmendeals.de | Carmen Homer


Der Verlag für virtuelle Dienste, Inhaberin Carmen Homer, hat nicht nur einen sperrigen Namen, sondern auch ein recht dubioses Geschäftsmodell. Mittels unerlaubtem Werbeanruf (Cold Call) melden sich Mitarbeiter des Branchenbuchs aus Emmerich bei Gewerbetreibenden, um Verträge für einen Eintrag auf www.firmendeals.de abzuschließen. Mitglied sein heißt –  nicht allein zu sein.

Verlag für virtuelle Dienste arbeitet nicht mit Google zusammen


Verlag für virtuelle Dienste - Firmendeals - Screenshot - Carmen Homer - www.firmendeals.de
Screenshot | Firmendeals.de | 22.07.2015


Im Impressum der Seite www.firmendeals.de ist Carmen Homer als Betreiberin vermerkt. Dieses Branchenbuch wendet laut Verbraucheraussagen für die Kundengewinnung den doppelten Anruftrick an. Zunächst wird telefonisch Kontakt mit einem Gewerbetreibenden hergestellt, der bis dahin keinerlei Geschäftsbeziehung mit dem Unternehmen hat. Es wird während des Telefonats darauf hingewiesen, dass bereits ein Vertrag mit dem Verlag für virtuelle Dienste aus Emmerich bestehen würde – für einen kostenfreien Eintrag auf www.firmendeals.de. Demnächst soll dieser jedoch in ein kostenpflichtiges Abonnement umgewandelt werden. Laut einer Rechnung, die dem Verbraucherdienst e.V. vorliegt, handelt es sich um einen Gesamtbetrag von 556,92 EUR für 12 Monate.

In der Regel folgt auf den ersten Anruf ein zweiter Anruf, ein sogenannter Kontrollanruf. Mit Hilfe dieses Anrufs wird per Bandaufzeichnung noch einmal das Gespräch seitens der Branchenbuchbetreiber gesichert, um dem nichtsahnenden Gewerbetreibenden einen neuen Vertrag unterzujubeln. Es könnte der Fall sein, dass aufgezeichnete Gespräche für die Zwecke eines Branchenbucheintrags dementsprechend neu geschnitten wurden. Dank dieser Methode ist es möglich, dem Gewerbetreibenden das „Ja“ für einen neuen Vertrag über einen Branchenbucheintrag quasi in den Mund zu legen.

Branchenbuch | Verlag für virtuelle Dienste | www.firmendeals.de - Rechnung - Carmen Homer
Verlag für Virtuelle Dienste | Rechnung firmendeals.de | 18.06.2015

Das zweifelhafte Angebot vom Verlag für virtuelle Dienste


Der Verlag für virtuelle Dienste der Carmen Homer liefert mit der Rechnung sogar eine Auflistung der Vorteile eines Branchenbucheintrags auf www.firmendeals.de. Auf dem Schreiben heißt es: „Damit Sie sich Ihren Kunden und Interessenten optimal vorstellen können, erhalten Sie folgende Optionen für die Präsentation Ihres Unternehmens zur Auswahl“. Die genannten Optionen umfassen unter anderem:


  • Vollständige Unternehmenshinweise mit aktuellen Adress- und Kontaktdaten
  • Veröffentlichung der aktuellen Erreichbarkeits- / Öffnungs- oder Ordinationszeiten
  • Grafische Darstellung und Geodaten zum Standort des Unternehmens (z.B. mit Google Maps)


All diese „Optionen“ sind insofern fragwürdig, da Gewerbetreibende diese Möglichkeit sehr viel preisgünstiger bei Google selbst erhalten – nämlich kostenfrei.

Gewerbetreibende äußert sich zum Verlag für virtuelle Dienste


Wir erhielten eine Mail von der Gewerbetreibenden Frau L., die sich zum Thema "Verlag für virtuelle Dienste" äußern wollte. An dieser Stelle möchten wir ihre Erfahrungen hier teilen. Namen und Telefonnummern wurden geändert:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

leider habe ich eine sehr unangenehme Erfahrung mit dem Verlag für virtuelle Dienste. Wie Sie es auf Ihrer Seite schreiben, so ähnlich ist es auch passiert.
Zuerst kam der erste Anruf eines Herrn mit der Angabe, er sei Google-Mitarbeiter. Ich hätte doch Suchworte hinterlegt und ob ich das weiterführen möchte, was ich bestätigte, allerdings mit der Bitte, mir das Angebot per E-Mail zu schicken.

Danach wurde der Hörer an einen anderen Herrn gegeben, der mich fragte, ob der vorherige Mitarbeiter freundlich und kompetent gewesen sei. Erst sagte ich: Nein, gar nicht, worüber der Mitarbeiter sich aufregte. Doch dann bestätigte ich, dass alles ok gewesen sei.

Da keine E-Mail mit einem Angebot kam, versuchte ich die Nr. 0282-******** (die ich im Display gesehen hatte) anzurufen, aber die Nr. funktionierte nicht, es kam noch nicht mal ein Frei- oder Besetzt-Zeichen. Die Leitung war einfach stumm.

Danach kam dann per Post eine Rechnung über € 773,50 von dieser Firma Verlag für virtuelle Dienste, was mich sehr erstaunte, denn bei mir hatte doch angeblich ein Google-Mitarbeiter angerufen. Ich habe die Rechnung zurückgeschickt mit der Bemerkung, dass ich keine Geschäftsverbindung zu einem Verlag für virtuelle Dienste habe oder je gehabt hätte. Danach habe ich mich an einen Rechtsanwalt in Berlin gewandt, der die Frau Carmen Homer aufforderte bis zum 10.08. schriftlich dieses angebliche Vertragsverhältnis nachzuweisen und das Zahlungsverlangen bis dahin unberechtigt sei.

Danach kam dann ein Mahnbescheid vom Amtsgericht Hagen über € 941,50, als Prozessbevollmächtigter für Frau Homer wurde ein Dr. Harald Schneider aus Siegburg genannt. Gegen diesen Mahnbescheid habe ich Widerspruch eingelegt.

Die Sache wurde nun ans Amtsgericht Berlin-Schöneberg gegeben, zusammen mit einer CD auf der das Gespräch aufgenommen wurde als Beweis, dass ich das Angebot in Auftrag gegeben hätte.
Sie schreiben auf Ihrer Seite: Es ist nicht selten der Fall, dass aufgezeichnete Gespräche für die Zwecke eines Branchenbucheintrags dementsprechend neu geschnitten wurden. Dank dieser Methode ist es möglich, dem Gewerbetreibenden das „Ja“ für einen neuen Vertrag über einen Branchenbucheintrag quasi in den Mund zu legen.
Ich habe mir die CD angehört. Dort meldet sich der Anrufer als Mitarbeiter für den Verlag für virtuelle Dienste. Das stimmt aber nicht, er hat sich als Google-Mitarbeiter gemeldet. Ich bin überzeugt, dass das aufgezeichnete Gespräch neu geschnitten wurde. Der Anwalt der Frau Homer schreibt jedoch, dass diese CD beweisen würde, dass es zum Vertragsabschluss gekommen sei, und dass ich ausdrücklich um das zum Vertragsabschluss führende Gespräch gebeten hätte, was auch nicht stimmt. Auch sei ich unmittelbar nach Vertragsabschluss in das Verzeichnis seiner Mandantin aufgenommen worden. Das stimmt auch nicht, denn nachdem ich wusste wer mich tatsächlich angerufen hatte, habe ich mir die Internetseite dieser Frau Homer angeschaut, und da war nichts von G******.de. Auch das hat sie wohl erst neulich online gestellt, um vor Gericht glaubhaft zu sein.
Wenn man sich im Internet umschaut, dann sieht man, dass der Verlag für virtuelle Dienste auch schon andere reingelegt hat. Mir ist es unverständlich, dass die mit ihren Machenschaften durchkommen.
Ich schreibe Ihnen dies alles, weil auf Ihrer Webseite steht: Haben Sie Erfahrung mit dem Verlag für virtuelle Dienste?


Mit freundlichen Grüßen
A******* L*****“

Haben Sie Erfahrung mit dem Verlag für virtuelle Dienste?


Sollten Sie Erfahrung mit dem Verlag für virtuelle Dienste aus Emmerich und/oder www.firmendeals.de besitzen, können Sie sich gerne bei Verbraucherdienst e.V. melden. Für betroffene Gewerbetreibende, die einen unerwünschten Branchenbucheintrag erhalten haben, bietet unser Verein für Verbraucherschutz allgemeine Informationen an.


Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.

Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com


Für Nichtmitglieder ist es und nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur erlaubt Fragen allgemeiner Art zu beantworten.

Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch unseren Volljuristen durchgeführt.