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Donnerstag, 3. November 2016

Netnovert – Verbraucher erhält Rechnung aus Tschechien

Ein Verbraucher leitete eine Rechnung der Firma „Netnovert“ an uns weiter. Die Firma mit Sitz in Tschechien verlangt für die Nutzung einer Erotikhotline den Betrag in Höhe von 90,00 EUR. Was hat es mit dem Schreiben auf sich?

Titelbild: Netnovert – Verbraucher erhält Rechnung aus Tschechien

Netnovert: Telefonserviceleistung ohne Nachweise


„Vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen“ beginnt das Schreiben der Firma Netnovert, welches ein Verbraucher an uns weiterleitete. So wird diesem ein Telefongespräch in Rechnung gestellt; eine angebliche in Anspruch genommene Serviceleistung für einen „Erotikdienstleister“, der aber ungenannt bleibt. Dieses Telefonat soll insgesamt exakt 90,00 EUR kosten.

Dem Empfänger der Rechnung durch Netnovert wird zur Überprüfung vorgeschlagen, die in dem Schreiben genannten Anrufzeiten mit den Einzelverbindungsnachweis des zuständigen Telefonanbieters zu vergleichen. Netnovert nennt keinerlei Details zu den Verbindungen.


Scan: Rechnung Netnovert
Rechnung von "Netnovert" | 22.08.2016


Zahlung auf ein Konto in der Tschechischen Republik


Auf der Rechnung der Netnovert ist angegeben, dass der geforderte Betrag innerhalb von 8 Tagen auf ein Konto in Tschechien überwiesen werden soll. Alternativ schlägt das Unternehmen vor, die 90,00 EUR in Bar per Einschreiben an ein Postfach in die Tschechische Republik zu übersenden.

Für den Fall, dass der Empfänger nicht zahlt, wird ihm mit den „entsprechenden Verzugsfolgen“ gedroht.

Ist die Forderung berechtigt?


Diese Frage stellen sich wohl alle Empfänger, die eine Rechnung von Netnovert erhalten haben. Es scheint sogar noch weitere Unternehmen zu geben, die mit dem vorliegenden Schreiben Ähnlichkeiten aufweisen. So berichtet „Jenaer Nachrichten“ in dem Artikel „Abzocker-Masche: "Erotikbriefe" sorgen in Jena für Erregung“ über ein Unternehmen namens VPO, welches die gleiche Postfachadresse zur Zahlung angibt, wie in dem uns vorliegendem Schreiben der Netnovert.

Des Weiteren berichtet die „Thüringer Allgemeine“ über die Schreiben der „VPO“ in dem Artikel „Falsche Rechnungen zu „Erotikleistungen“ im Umlauf“. Diese Berichte könnten ein Hinweis darauf sein, dass Netnovert und VPO zahlreiche Verbraucher in den letzten Wochen kontaktierten.


Kontakt mit dem Verbraucherdienst e.V.


Haben Sie auch eine Rechnung von Netnovert oder VPO erhalten? Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

0201-176 790

oder per E-Mail:
kontakt@verbraucherdienst.com

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Für Nichtmitglieder ist es und nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur erlaubt Fragen allgemeiner Art zu beantworten.
Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch kooperierende Rechtsanwälte durchgeführt.

Freitag, 4. Dezember 2015

AB Verlag | Eschenbach | Bürgerinfo

Der AB Verlag aus Eschenbach der Inhaberin Anna Büttner vertreibt das Printprodukt „Bürgerinfo“, in dem Gewerbetreibende Werbeanzeigen schalten können. Doch scheinen Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler unzufrieden mit dem Vertragsabschluss mit dem Unternehmen aus Eschenbach zu sein. Denn nach dem erteilten Auftrag meldet sich die Firma ABV exclusive s.r.o. aus Tschechien, um einen zweiten Vertrag mit dem Gewerbetreibenden abzuschließen.

AB Verlag  Eschenbach  Bürgerinfo

Was ist eine „Bürgerinfo“ vom AB Verlag aus Eschenbach?


Der AB Verlag aus Eschenbach wird von Anna Büttner geführt. Der Verlag bietet das Printprodukt „Bürgerinfo“ an, welches kostenlos vierteljährlich erscheint – in einer Auflage von 2.000 Stück. Wo das Produkt letztendlich vertrieben wird, ist der Webseite nicht entnehmbar. Die Preisliste gestaltet sich folgendermaßen: Das Printprodukt Bürgerinfo hat das Format Din A5. Die Schaltung einer Anzeige kostet beispielsweise für eine viertel Seite 595,00 EUR, während eine ganzseitige Annonce 1.156,00 EUR kosten soll. Auf der Startseite der Homepage (ab-verlag.com) findet sich derzeit ein Hinweis in eigener Sache; der AB Verlag und die Inhaberin Anna Büttner warnen vor unseriösen Verlagen und Rechtsanwälten. (Stand: 04.12.2015)

Kostspielige Werbeanzeige vom AB Verlag


Die „Bürgerinfo“ scheint eine kostspielige Angelegenheit für Gewerbetreibende zu sein, denn eine ganzseitig geschaltete Anzeige kostet insgesamt 6.440,28 EUR. Dieser Betrag setzt sich folgendermaßen zusammen:

4 x 1.156,00 EUR (für ein Jahr)
+ 189,00 EUR Lithokosten (einmal jährlich)
+ 8,00 EUR Versand und Porto
+ 1.028,28 EUR (19% Mehrwertsteuer)
= 6.440,28 EUR

Es ist nicht bekannt, wo dieses Printprodukt überhaupt verteilt wird. Abgeschlossen wird ein solcher Vertrag über Anzeigenvertreter, welches laut einem Bericht des Portals InFranken.de das Produkt als „Landkreis-Broschüre“ verkauft wurde. Tatsächlich hat die Bürgerinfo aber rein gar nichts mit dem Landkreis zu tun.

Doch damit nicht genug. Nach dem Abschluss des Vertrages für die Bürgerinfo erhält der Gewerbetreibende scheinbar ein Korrekturfax der Firma mit ähnlich klingendem Namen ABV exclusive s.r.o. Sollte dieses Fax voreilig unterschrieben und ausgefüllt zurückgeschickt werden, geht der Unternehmer einen zweiten Vertrag ein. Aufgrund dieser nicht transparenten Vertragsabschlüsse müssen Gewerbetreibende tief in die Tasche greifen.

Parallelen zwischen AB Verlag und ABV exclusive s.r.o.


Die Homepage des Unternehmens ABV exclusive s.r.o. sieht dem Webauftritt vom AB Verlag zum Verwechseln ähnlich. So bietet die Firma mit Sitz in der Tschechei ebenso für Kunden kostenlose Printprodukte an, die mit Anzeigen finanziert werden. Die aufgelisteten Preise auf der Seite (abv-exclusive.com/produkte.html, Stand 04.12.2015) sind ähnlich zu den Anzeigenpreisen des AB Verlags. Als Geschäftsführer ist hier jedoch ein gewisser Max Robert Frank angegeben. Ob Herr Frank in irgendeiner Beziehung zu Anna Büttner steht, kann an dieser Stelle nicht überprüft werden.
Auch die Startseite von ABV exclusive s.r.o. hat den aktuellen Hinweis geschaltet, in dem man sich von unseriösen Verlagen und Rechtsanwälten distanziert. Ist das ein Zufall, dass beide Webseiten bis auf die Grafiken und kleine Textänderungen (zum Beispiel der Firmenname) sehr große Ähnlichkeiten aufweisen?

Negative Presse zum AB Verlag aus Eschenbach


Tatsächlich braucht man nicht lange das Internet durchstöbern, bis man die ersten negativen Stimmen zum AB Verlag von Anna Büttner lesen kann. So beschreibt die Nachrichtenseite Infranken.de unter der Schlagzeile „Geschäftsleute fühlen sich abgezockt“ den Fall eines Friseurs aus Kasendorf, der ebenfalls eine Anzeige beim AB Verlag schaltete. Er schildert, dass er beim Verkaufsgespräch mit dem Anzeigenvertreter nicht ausreichend informiert worden sei. So musste er ganze vier Fassungen seiner in dem Bürgerinfo veröffentlichten Anzeige zahlen, obwohl er davon ausging, dass er nur eine einzelne geschaltet hätte. Quelle: InFranken http://www.infranken.de/ueberregional/wirtschaft/Geschaeftsleute-fuehlen-sich-abgezockt;art184,46149

Hilfe für Gewerbetreibende, Selbständige und Freiberufler


Sind Sie auch von den hohen Kosten bei einem Vertrag mit dem AB Verlag überrascht worden? Verbraucherdienst e.V. hat Erfahrung mit dubiosen Vertragsabschlüssen und ist Ihr Ansprechpartner für eine Abwehr. Nutzen Sie unsere Kontaktmöglichkeiten. Mitglied sein heißt – sich nicht alles gefallen zu lassen.

Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.


Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

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kontakt@verbraucherdienst.com

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Donnerstag, 6. August 2015

Inkasso Real Payment s.r.o. | Abzocke?

Mit einer alten Masche versendet „Inkasso Real Payment s.r.o.“ derzeit falsche Rechnungen für Dienstleistungen im Bereich Telefonsex. Da es vielen Menschen peinlich ist, so einen Brief zu erhalten, wird oft stillschweigend gezahlt – ein Fehler mit Folgen.

Inkasso Real Payment s.r.o. | Abzocke?


Die Firma „Inkasso Real Payment s.r.o.“ war schon unter weiteren Bezeichnungen aktiv, wie beispielsweise Kaver Plus oder Czech Media. Unter dem aktuellen Firmennamen werden Rechnungen für Telefonsex-Dienstleistungen verschickt. Dieses für manche Verbraucher höchst unangenehme Thema wird nicht selten stillschweigend und zügig bezahlt – insbesondere von älteren Bürgern. Doch genau auf dieses Verhalten zielt die Masche von Inkasso Real Payment s.r.o. ab. Mitglied sein heißt –  Abwehrkräfte zu stärken.

Inkasso Real Payment s.r.o. – dubiose Rechnungen für angebliche Dienstleistungen


Es gibt Parallelen zu einem Inkassobüro, über das Verbraucherdienst e.V. bereits berichtete. Der Name der Firma war Toma Inkasso s.r.o., die auch Rechnungen für die angebliche Nutzung einer Telefonsexhotline versandte. Neben unserem Verein berichteten auch diverse Zeitungen über die Abzocke aus Tschechien, wie sie hier unter diesem Link nachlesen können. Ob jedoch eine Verbindung zu Inkasso Real Payment s.r.o. besteht, kann an dieser Stelle nicht nachgewiesen werden.
Der in der Rechnung angegebene Betrag soll binnen 5 Werktagen überwiesen werden. Sollte dies nicht der Fall sein, werden weitere Maßnahmen angedroht, wie Mahnbescheid, Lohnpfändung oder Eintrag bei der SCHUFA. Mit diesen Drohungen wollen sie dem angeschriebenen Verbraucher noch mehr unter Druck setzen. Doch haben derlei Drohgebärden Hand und Fuß?

Mögliche Abzocke aus Tschechien?


Ein Bericht der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein weit darauf hin, dass sich Inkasso Real Payment s.r.o. auf einen veralteten Gesetzestext beruft:

„Besonders auffällig ist, dass die ominöse Inkassofirma auf das Widerrufsrecht im Telekommunikationsgesetz Bezug nimmt, obgleich das Widerrufsrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt ist. Dass sich dieses im Juni letzten Jahres geändert hat, scheint sich der Kenntnis des Unternehmens vollkommen zu entziehen, so wird in den Schreiben der veraltete Gesetzestext zitiert.“ – Quelle: https://www.vzsh.de/inkassofirma-real-payment-kennt-unsere-gesetze-nicht--verbraucherzentrale-warnt-vor-dreister-inkasso-post-aus-tschechien-

Verbraucherdienst e.V. informiert bei dubiosen Inkasso-Forderungen


Wenn Sie wegen oben beschriebener Situation einen Mahnbescheid in Ihrem Briefkasten vorfinden, ist es ratsam, sich entsprechend informieren zu lassen. Verbraucherdienst e.V. hat Erfahrung mit Inkassoschreiben sowie -unternehmen.

Haben Sie ein Schreiben von Inkasso Real Payments s.r.o. erhalten? Haben Sie gar einen Mahnbescheid für angebliche Telefondienstleistungen erhalten, die Sie nicht in Anspruch genommen haben? Mitglied sein heißt –  rundum für Sie da zu sein.Allgemeine Informationen gibt es  beim Verein für Verbraucherschutz!


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