Eine E-Mail mit dem Betreff „Veröffentlichung Firmen-Eintrag 2026“ erreichte Anfang November 2026 den Verbraucherdienst e.V. Im Anhang befand sich ein vorausgefüllter Antrag für einen sogenannten Business Eintrag bei firmeneintrag.net. Was zunächst wie eine Aufforderung zur Überprüfung von Unternehmensdaten aussieht, enthält im Kleingedruckten ein kostenpflichtiges Vertragsangebot: 930 Euro netto pro Jahr bei einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren.
Besonders bemerkenswert: Der Verbraucherdienst e.V. berichtet selbst regelmäßig über solche Branchenbuch-Offerten und die damit verbundenen Kostenrisiken. Nun ist der Verein selbst Empfänger eines solchen Schreibens geworden.
Eine neue Branchenbuch-Offerte landet beim Verbraucherdienst e.V.
Es gibt Situationen, die könnte man sich kaum besser ausdenken. Der Verbraucherdienst e.V. beschäftigt sich regelmäßig mit Angeboten für kostenpflichtige Branchenbucheinträge, Werbeanzeigen und vermeintliche Datenaktualisierungen. Wir berichten darüber, wenn Gewerbetreibende Formulare erhalten, die auf den ersten Blick wie eine einfache Überprüfung bereits vorhandener Firmendaten wirken.
Am 4. November 2026 erreichte uns nun selbst eine entsprechende E-Mail.
Der Absender bezeichnet sich als „Werbeagentur - Weko Media“. Die Nachricht wurde von der E-Mail-Adresse reply[ät]wmllcmediahub.com versandt und trug den Betreff:
„Veröffentlichung Firmen-Eintrag 2026“; Im Nachrichtentext heißt es:
„Anbei erhalten Sie den Eintragungsantrag im PDF-Format für die Veröffentlichung im Firmenregister 2026/2027. Wir bitten Sie, die enthaltenen Daten zu überprüfen. Bei Annahme und Richtigkeit senden Sie uns bitte den unterschriebenen Antrag als Antwort auf diese E-Mail oder per Fax an die im Antrag angegebene Faxnummer zurück.“
Eine kurze Nachricht, die zunächst nach einer gewöhnlichen Datenüberprüfung klingt. Doch wer das angehängte PDF genauer liest, stellt fest: Es geht nicht lediglich um die Bestätigung vorhandener Unternehmensdaten.
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| Weko Media LLC Offerte / Nov 2026 |
Weko Media LLC: Was steht in dem Eintragungsantrag?
Das einseitige PDF trägt die Überschrift „Antrag zum Branchenbucheintrag“. Als Anbieter wird die Weko Media LLC genannt. Angeboten wird ein sogenannter „Business Eintrag 2026–2027“ für das Internetportal firmeneintrag.net.
Das Formular enthält bereits zahlreiche Angaben zum Verbraucherdienst e.V. Dazu gehören unter anderem der Vereinsname, die Anschrift, die Branche und die E-Mail-Adresse.
Die Empfänger werden aufgefordert, diese Daten zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen oder zu korrigieren.
Das klingt zunächst nach einer routinemäßigen Aktualisierung eines Firmeneintrags. Tatsächlich enthält das Dokument jedoch eine ausdrückliche Beschreibung eines kostenpflichtigen Angebots.
Besonders wichtig ist dabei die folgende Formulierung:
„Die Leistungsbeschreibung und die Geschäftsbedingungen der Weko Media LLC gelten mit der Unterzeichnung als angenommen und dieser Antrag wird somit zum Auftrag und Vertragsdokument.“
Damit ist im Formular ausdrücklich festgehalten, dass die Unterschrift und Rücksendung nicht lediglich der Datenkorrektur dienen sollen, sondern als Auftrag für einen kostenpflichtigen Eintrag vorgesehen sind.
930 Euro netto pro Jahr: Diese Kosten stehen im Kleingedruckten
Wer den Eintragungsantrag aufmerksam liest, findet die Preisangaben im Beschreibungstext auf der rechten Seite des Formulars sowie in den Vertragsbedingungen im unteren Bereich.
Die angebotenen Konditionen:
- Jährlicher Preis: 930 Euro netto
- Mindestvertragslaufzeit: zwei Jahre
- Gesamtpreis: 1.860 Euro netto
- Abrechnung: Nach Rechnungserhalt innerhalb von zehn Tagen
- Vertragsverlängerung: automatisch um ein weiteres Jahr
- Kündigungsfrist: mindestens drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit
Die Kosten für zwei Jahre summieren sich somit auf 1.860 Euro netto. Hinzu kommt gegebenenfalls die gesetzliche Umsatzsteuer.
Besonders aufmerksam sollten Empfänger auch die Verlängerungsregelung lesen. Wer den Vertrag nicht rechtzeitig kündigt, muss mit einer Verlängerung um ein weiteres Jahr rechnen.
Das Formular enthält außerdem einen Hinweis auf einen kostenlosen Basiseintrag. Dieser könne ausschließlich über die Internetseite des Anbieters beantragt beziehungsweise abgeschlossen werden.
Damit werden zwei unterschiedliche Angebote beschrieben: ein kostenloser Basiseintrag und ein kostenpflichtiger Business Eintrag. Der uns zugesandte Antrag betrifft ausdrücklich die kostenpflichtige Variante.
Kein amtlicher Eintrag: Was bedeutet der Hinweis im Formular?
Ein weiterer Punkt verdient Beachtung. Im unteren Teil des Antrags steht ausdrücklich:
„Dieser Antrag ist behörden- und kammerunabhängig und ohne öffentlichen Auftrag.“
Das ist eine wichtige Information. Es handelt sich nach dem Wortlaut des Formulars also nicht um eine Aufforderung einer Behörde, einer Industrie- und Handelskammer oder einer sonstigen öffentlichen Stelle.
Auch eine gesetzliche Verpflichtung, diesen angebotenen Brancheneintrag zu beauftragen, ergibt sich daraus nicht.
Wer ein solches Schreiben erhält, sollte deshalb nicht allein aufgrund der Gestaltung oder der bereits eingetragenen Unternehmensdaten davon ausgehen, dass eine behördliche oder anderweitig verpflichtende Aktualisierung vorgenommen werden muss.
Wer steckt hinter firmeneintrag.net?
Ein Blick auf die Internetseite firmeneintrag.net und das dort veröffentlichte Impressum liefert weitere Informationen.
Als Betreiber des Portals wird die Weko Media LLC angegeben. Als Geschäftsanschrift nennt das Unternehmen:
2201 Menaul Blvd NE STE A
87107 Albuquerque
New Mexico, USA
Auch die auf der Internetseite veröffentlichten Geschäftsbedingungen beschreiben den kostenpflichtigen Business Eintrag.
Dort wird ausdrücklich zwischen einem kostenlosen Basiseintrag und einem kostenpflichtigen schriftlichen beziehungsweise online erteilten Business Eintrag unterschieden.
Die veröffentlichten Geschäftsbedingungen nennen ebenfalls 930 Euro netto jährlich und eine Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren. Auch die automatische Verlängerung um ein weiteres Jahr bei nicht fristgerechter Kündigung ist dort geregelt.
Interessant ist dabei, dass die Geschäftsbedingungen die schriftliche Auftragserteilung ausdrücklich an die Unterzeichnung und Rücksendung der Offerte knüpfen.
Die Angaben im uns übersandten Formular stimmen in diesen wesentlichen Punkten mit den veröffentlichten Geschäftsbedingungen überein.
Ähnliche Warnungen gab es bereits: Auch die IHK berichtet über Weko Media
Mit unserem Fall stehen wir nicht allein da. Bereits am 2. Februar 2026 veröffentlichte die IHK Mittlerer Niederrhein eine Warnmeldung zu Eintragungsangeboten der Weko Media LLC.
Darin werden Schreiben beschrieben, die den Eindruck vermitteln können, ein bestehender Firmeneintrag müsse lediglich überprüft oder korrigiert werden. Die IHK weist insbesondere auf vorausgefüllte Unternehmensdaten, die Gestaltung der Formulare und die im Fließtext untergebrachten Kosten hin.
Auch dort werden die Konditionen von 930 Euro netto jährlich bei einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren genannt.
Die von der IHK beschriebene E-Mail trug den Betreff „Publikation Firmen-Eintrag 2026/2027“ und wurde von einer anderen Absenderadresse versandt. Unser Schreiben vom 4. November 2026 stammt dagegen von reply[ä]wmllcmediahub.com.
Es handelt sich somit nicht um dieselbe nachgewiesene E-Mail, allerdings zeigen sich bei Anbieter, Angebotsgegenstand und Vertragskonditionen deutliche Übereinstimmungen.
Die IHK empfiehlt Unternehmen, solche Formulare sorgfältig zu prüfen und nicht ungeprüft zu unterschreiben. Quelle: Aktuelle Warnungen vor Betrugsversuchen | IHK Mittlerer Niederrhein
Unsere Einschätzung: Erst lesen, dann unterschreiben!
Dass gerade der Verbraucherdienst e.V. eine solche Offerte erhält, ist durchaus bemerkenswert. Schließlich beschäftigen wir uns seit Jahren mit entsprechenden Angeboten und informieren Verbraucher sowie Gewerbetreibende über mögliche Kostenfallen im geschäftlichen Verkehr.
Der entscheidende Punkt ist aus unserer Sicht nicht, dass ein Unternehmen kostenpflichtige Branchenbucheinträge anbietet. Entgeltliche Werbe- und Verzeichniseinträge sind im Geschäftsverkehr grundsätzlich nichts Ungewöhnliches.
Entscheidend ist vielmehr, dass Empfänger erkennen können müssen, was sie mit ihrer Unterschrift tatsächlich beauftragen.
in Formular, das zur Überprüfung bereits eingetragener Unternehmensdaten auffordert, sollte deshalb besonders aufmerksam gelesen werden. Denn die Bestätigung oder Korrektur der Angaben kann im vorliegenden Fall mit der Annahme eines kostenpflichtigen Vertragsangebots verbunden sein.
Wir empfehlen daher, vor einer Unterschrift folgende Fragen zu klären:
- Handelt es sich um eine behördliche Aufforderung oder um ein privates Werbeangebot?
- Wer ist der tatsächliche Anbieter?
- Welche Leistung wird konkret angeboten?
- Wie hoch sind die jährlichen Kosten und die Gesamtkosten?
- Wie lange läuft der Vertrag mindestens?
- Welche Kündigungsfrist gilt?
- Verlängert sich der Vertrag automatisch?
- Ist ein kostenloser Eintrag möglich und unter welchen Bedingungen?
Wer kein Interesse an einem kostenpflichtigen Eintrag hat, sollte das Formular nicht unterschreiben und zurücksenden.
Was tun, wenn das Formular bereits unterschrieben wurde?
Sollte ein solches Formular bereits unterschrieben und zurückgesandt worden sein, empfiehlt es sich, die Angelegenheit nicht einfach zu ignorieren.
Betroffene Unternehmen sollten sämtliche Unterlagen, die ursprüngliche E-Mail und den zurückgesandten Antrag sichern. Auch spätere Rechnungen und Zahlungsaufforderungen sollten dokumentiert werden.
Je nach Umständen des Einzelfalls kann eine Anfechtung wegen Irrtums oder arglistiger Täuschung in Betracht kommen. Auch eine vorsorgliche Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt kann sinnvoll sein. Ob und inwieweit solche Erklärungen im konkreten Fall Erfolg haben, hängt jedoch von den Umständen des Vertragsschlusses ab.
Bei rechtlichen Auseinandersetzungen empfehlen wir eine individuelle rechtliche Prüfung.
Fazit: Eine Offerte, die auch beim Verbraucherdienst landet
Manchmal braucht es keinen Hinweis eines betroffenen Gewerbetreibenden, um auf ein bestimmtes Angebot aufmerksam zu werden. Manchmal landet es direkt im eigenen E-Mail-Postfach.
Die Offerte der Weko Media LLC zeigt erneut, weshalb Unternehmen bei vorausgefüllten Formularen für Branchenbucheinträge genau hinsehen sollten. Hinter der Aufforderung, Unternehmensdaten zu überprüfen, kann sich ein kostenpflichtiges Vertragsangebot verbergen.
Im vorliegenden Fall geht es um 930 Euro netto pro Jahr und damit um mindestens 1.860 Euro netto für zwei Jahre.
Wir werden auch künftig über solche Angebote berichten und Gewerbetreibende auf mögliche Kostenrisiken aufmerksam machen.
Unser Rat bleibt deshalb unverändert: Unterschreiben Sie keine Branchenbuch-Offerte, bevor Sie sämtliche Kosten, Vertragslaufzeiten und Kündigungsbedingungen gelesen und verstanden haben.
Sie haben ebenfalls eine E-Mail oder Zahlungsaufforderung vom Bundes-Finanzservice erhalten? Dann können Sie uns Ihre Erfahrungen schildern. Verbraucherdienst interessiert insbesondere, ob weitere Verbraucher mit ähnlichen Forderungen, angeblichen Lotto-Abonnements oder kostenpflichtigen Kündigungsformularen konfrontiert wurden.
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