Dem Verbraucherdienst e.V. liegen aktuell erneut Anfragen und Berichte von Verbraucherinnen und Verbrauchern vor, die mit unerwarteten Forderungen für angebliche Zeitschriften-Abonnements konfrontiert werden. Im Fokus stehen dabei die Medien Total GmbH, die PVZ Pressevertriebszentrale GmbH & Co. KG sowie der Inkassodienstleister Allgemeiner Debitoren- und Inkassodienst GmbH (ADU Inkasso).
Viele Betroffene schildern ein ähnliches Szenario: Plötzlich werden Zeitschriften geliefert oder Mahnungen zugestellt – ohne dass nach Erinnerung der Empfänger jemals ein kostenpflichtiger Vertrag abgeschlossen wurde.
Verunsicherung durch überraschende Post und hohe Inkassogebühren
Nach den uns vorlegenden Informationen berichten Verbraucher von Lieferungen bekannter Magazintitel wie der Zeitschrift „Bunte“. Zunächst wird die Auslieferung oft gar nicht recht eingeordnet, bis schließlich Rechnungen oder Mahnungen im Briefkasten landen.
In den der Redaktion vorliegenden Schilderungen geben Betroffene an, dass sie sich an keinen Vertragsschluss mit der Medien Total GmbH erinnern können. Auf Versuche der Betroffenen, bei den beteiligten Firmen einen Nachweis über das Zustandekommen eines Abonnements oder eine Widerrufsbelehrung anzufordern, sei laut Verbraucherschilderungen häufig gar nicht oder unzureichend reagiert worden.
Statt einer Klärung erfolgt im weiteren Verlauf oft die Abgabe der Forderung an ein Inkassobüro. Die Allgemeiner Debitoren- und Inkassodienst GmbH (ADU Inkasso) fordert in diesen Schreiben Beträge, die inklusive Gebühren schnell auf über 300 Euro ansteigen können. Zudem wird mit Fristen gedroht sowie auf die Möglichkeit eines gerichtlichen Mahnverfahrens hingewiesen, was bei den Empfängern zusätzlichen Druck erzeugt.
Wie entstehen solche vermeintlichen Abonnements?
In der Praxis des Verbraucherschutzes zeigt sich häufig, dass angebliche Verträge über verschiedene Wege initiiert werden können – oft ohne dass es den Betroffenen im Moment der Dateneingabe bewusst ist. Zu den typischen Konstellationen gehören:
- Gewinnspiele und Umfragen im Internet: Teilnahme an Online-Gewinnspielen, bei denen im Kleingedruckten oder durch versteckte Häkchen ein kostenpflichtiges Zeitschriftenabo gekoppelt ist.
- Angeblich „kostenlose“ Probe-Abos oder Produkttests: Werbung für Gratis-Ausgaben, die sich nach Ablauf eines Probezeitraums automatisch in ein kostenpflichtiges Langzeit-Abo umwandeln.
- Unerwünschte Telefonanrufe (Cold Calling): Werbeanrufe, bei denen Daten abgeglichen werden und im Nachgang behauptet wird, es sei ein mündlicher Vertrag geschlossen worden.
Einordnung: Wer muss den Vertrag beweisen?
Grundsätzlich gilt im deutschen Zivilrecht: Wer einen Anspruch geltend macht, trägt die Beweislast.
Wenn ein Unternehmen wie die Medien Total GmbH behauptet, dass ein zahlungspflichtiger Vertrag zustande gekommen ist, muss das Unternehmen dies im Streitfall nachweisen können. Ein bloßes Versenden von Ware oder das Ausstellen einer Rechnung reicht als Nachweis für einen wirksamen Vertragsschluss nicht aus.
Zudem gelten bei Verträgen, die im Fernabsatz (also online, per Telefon oder per Post) geschlossen werden, strenge gesetzliche Pflichten:
- Widerrufsbelehrung: Verbraucher müssen ordnungsgemäß über ihr 14-tägiges Widerrufsrecht beleuchtet werden. Fehlt diese Belehrung, verlängert sich die Widerrufsfrist unter Umständen um bis zu 12 Monate und 14 Tage.
- Vertragsbestätigung: Bei Fernabsatzverträgen muss dem Verbraucher eine Bestätigung des Vertrags auf einem dauerhaften Datenträger (z. B. per E-Mail oder Brief) zur Verfügung gestellt werden.
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| Anschreiben "medien total gmbh" / August 2026 |
Verhaltensempfehlung: Was tun bei Post von PVZ oder ADU Inkasso?
Sollten Sie Rechnungen der PVZ oder Schreiben der ADU Inkasso für eine Forderung der Medien Total GmbH erhalten haben, die Sie für unberechtigt halten, empfehlen wir folgende Schritte:
- Nicht vorschnell zahlen: Lassen Sie sich durch kurze Zahlungsfristen oder die Androhung gerichtlicher Schritte nicht einschüchtern. Eine unberechtigte Forderung wird durch das Beachten der Ruhe nicht automatisch rechtens.
- Forderung schriftlich bestreiten: Teilen Sie der PVZ und dem Inkassounternehmen nachweisbar (vorzugsweise per Einwurf-Einschreiben oder qualifiziertem Fax) mit, dass kein kostenpflichtiger Vertrag geschlossen wurde. Verlangen Sie einen konkreten Nachweis (z. B. Bandaufnahme, Unterschrift, Log-Daten der IP-Adresse).
- Hilfsweise Widerruf und Anfechtung erklären: Tragen Sie hilfsweise den Widerruf sowie die Anfechtung wegen Irrtums bzw. arglistiger Täuschung vor, falls behauptet wird, ein Vertrag sei zustande gekommen.
- Dokumente aufbewahren: Heben Sie alle Rechnungen, Mahnungen, Schreiben sowie eigene Briefe und Sendeberichte sorgfältig auf.
Wie kann Ihnen der Verbraucherdienst e.V. helfen?
Wenn Sie ebenfalls Schreiben von der Medien Total GmbH, der PVZ Pressevertriebszentrale oder der ADU Inkasso erhalten haben und unsicher sind, wie Sie richtig reagieren sollen, stehen wir unseren Mitgliedern mit Rat und Unterstützung zur Seite.
Kontakt
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Email: kontakt@verbraucherdienst.com
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