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Freitag, 31. Juli 2015

Kaffeefahrt | Käserei aus Holland | Welche Erfahrungen machten Sie?

Kaffeefahrt | Käserei aus Holland | Welche Erfahrungen machten Sie?

Eine nicht näher beschriebene „Käserei aus Holland“ verschickt auch dieses Jahr wieder vielversprechende Einladungsschreiben für eine sogenannte Kaffeefahrt, die als Gewinnmitteilung getarnt sind, an unzählige Haushalte in Nordrhein-Westfalen. Haben Sie auch ein solches Schreiben ohne exakten Firmennamen, genauer erläuterten Anschrift und sowie mit einem Telefonanschluss in Ihrem Briefkasten gefunden?

Kaffeefahrt „Käserei aus Holland“ aus „Postfach 12 65“ in „28802 Brinkum“?


Der unbekannte Absender für die Einladung der Kaffeefahrt verweist lediglich auf das „Postfach 12 65“ und dem Ortsnamen „28802 Brinkum“, einer niedersächsischen Gemeinde aus dem Kreis Leer. Umso verführerischer wirbt dagegen das Einladungsschreiben für diese Kaffeefahrt von der „Käserei aus Holland“ um die potentiellen Kaffeefahrt-Teilnehmer.

Kaffeefahrt: Anschreiben von der Käserei aus Holland vom 27.07.2015
Anschreiben | Käserei aus Holland | 27.07.2015

Kaffeefahrt: Brief Mitglied Herr K. | Käserei aus Holland | 27.07.2015
Brief Mitglied Herr K. | Käserei aus Holland | 27.07.2015

Unser Mitglied Herr K. schickte uns das vorliegende Einladungsschreiben von der „Käserei aus Holland“ zu


Herr K., ein Mitglied des Verbraucherdienst e.V. aus dem Ruhrgebiet, erhielt ebenfalls ein Schreiben von der „Käserei aus Holland“, die in Wirklichkeit aus Niedersachsen stammt. Daraufhin schrieb dem Herr K. dem Verbraucherdienst e.V. einen Brief um uns vor diesem Kaffeefahrt-Anbieter zu warnen. Wir sind unserem Mitglied sehr dankbar, dass dieser sich so energisch für den Verbraucherschutz einsetzt. Er schreibt in seinem Brief an unserem Verein, dass er uns in allen Belangen unterstütze und auch bei gerichtlichen Auseinandersetzungen gerne zur Verfügung stehen würde. Denn das Schreiben von der „Käserei aus Holland“ wirbt nicht nur mit einer kostenlosen Verköstigung von holländischem Käse, wie in der Einleitung zu lesen ist:

„… sicher ist es Ihnen auch aufgefallen, dass die Kosten für Milchprodukte und Käse in den letzten Monaten angestiegen ist. Die Käserei ist seit Jahren für Qualität und günstige Preise bekannt und möchte sich auf diesem Wege bei Ihnen vorstellen. Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie als Kunde eines großen Deutschen Versandhändlers zu einer kostenlosen Verköstigung der Käserei eingeladen sind.“,

lädt die namenlose „Käserei aus Holland“ für ein „paar schöne Stunden“ die gutgläubigen Verbraucher – in der Mehrzahl unbedarfte Rentner und Senioren – zu Ihrem Ausflug an einem unbekannten Ort ein, der in Wirklichkeit eine Werbefahrt – so die andere Bezeichnung für eine Kaffeefahrt - ist. Mitglied sein heißt –  stark zu sein.
Kaffeefahrt: Antwortkarte von der Käserei aus Holland vom 27.07.2015
Antwortkarte | Käserei aus Holland | 27.07.2015

Zwei Freunde, Bekannte und Familienmitglieder von Herrn K. können auch an der Kaffeefahrt teilnehmen


Aber das ist noch nicht alles, was die angebliche „Käserei aus Holland“ den Kaffeefahrt-Teilnehmern in dem vorliegenden Einladungsschreiben verspricht. Denn der Angeschriebene kann auch „zwei Freunde, Bekannte, Familienmitglieder“ zu der versprochenem Kaffeefahrt mitnehmen. Unser Mitglied Herr K. soll dazu noch von der „Käserei aus Holland“ reichlich beschenkt werden, obwohl er nur zu ein Einladungsschreiben aus „Postfach 12 65“ und „28802 Brinkum“ erhalten hatte.

Wird ein 19 Zoll LCD-Fernseher von der „Käserei aus Holland“ verschenkt?


Neben einem 19 Zoll LCD-Fernseher inklusive Transportverpackung verspricht das Einladungsschreiben für die Kaffeefahrt, deren Destination in dem Schreiben nicht bekannt gegeben wird, mit einem großen Warenkorb bestehend unter anderem aus:

„250 Gramm Butter“, „6 große XXL Eier“, „500 Gramm Leerdamer“, „1 Liter Johannisbeerwein“, „500 Gramm Vollkornbrot“, „2 Liter Apfelsaft“, „300 Gramm Roquefort“, „0,7 Liter Jenever“, „250 Gramm Camembert“, „500 ml Honig“ und „750 Gramm Parmaschinken“.

Sofortgewinn über 650 EUR? Geschenk über 298 EUR? 8 tägiger Sonnenurlaub? Hochwertige Espressomaschine für Paare / Ehepaare?


Neben dem versprochenem Fresskorb mit einer „Sofort-Abgabe-Garantie“ soll bei einem „Holländischen Frühstück“ unser Mitglied Herr K. einen Sofortgewinn über 650 EUR, ein hochwertiges Geschenk über 298 EUR sowie einen „8tägigen Sonnenurlaub“ auf Kosten der namenlosen „Käserei aus Holland“ am Montag, dem 17. August 2015, erhalten. Paare bzw. Ehepaare sollen zusätzlich zu diesen Produkten und Gewinnen eine hochwertige Espressomaschine inklusive Porzellantassen von der „Käserei aus Holland“ erhalten. Auf der beigelegten Antwortkarte soll unser Mitglied Herr K. nur noch seinen Abfahrtstermin und seine Haltestelle (zum Beispiel „Essen-Kupferdreh, am Kupferdreher Markt“) ankreuzen und mit 0,45 EUR frankiert an die „Käserei aus Holland“ schicken.

Verführerisches Angebot von der „Käserei aus Holland“ für „umsonst“? Oder? Mitnichten! Denn bei diesem Schreiben, das an unzählige Haushalte im Ruhrgebiet und in ganz Deutschland verschickt wird, handelt es sich um eine gewöhnliche Werbeverkaufsfahrt mit einer anschließenden Verkaufs-Show, indem die typischen Kaffeefahrt-Produkte (wie zum Beispiel überteuerte Nahrungsergänzungsmittel) durch einen psychologisch geschulten Verkäufer an den Mann oder an die Frau gebracht werden sollen.

„Käserei aus Holland“ ist kein Wohltätigkeitsverein für deutsche Konsumenten!


Denn auch die sogenannte „Käserei aus Holland“ hat nichts und rein gar nichts – also auch keinen LCD-Fernseher oder eine wunderschöne 8tägige Sommerreise – an Verbraucher, die mit einer „analogen“ Postwurfsendung angeschrieben worden, zu verschenken. Ebenfalls macht dieses Einladungsschreiben für eine Kaffeefahrt einen recht unseriösen Eindruck, da der genaue Firmenname der sogenannten „Käserei aus Holland“ sowie deren exakte Firmenadresse dem Teilnehmer nicht genannt wird. Nachdem die ahnungslosen Kaffeefahrt-Opfer in „Rattenfängermanier“ im Reisebus eingesammelt wurden, landet anschließend der ahnungslose Reisende irgendwo in der „Walachei“ möglicherweise eventuell bei dubiosen Gaunern und Bauernfängern, die in einem nicht näher beschriebenen Gasthaussaal überteuerte Produkte dem Reisenden anbieten. Interessanterweise wird in dem vorliegenden Einladungsschreiben unserem Mitglied kein Reiseziel für diese „Kaffeefahrt“ genannt. Der Mitreisende wird von der „Käserei aus Holland“ dabei vollends im Dunkeln gelassen, wohin die Kaffeefahrt überhaupt gehen soll.

Abzocke? Schlimmstenfalls können Sie in eine Kostenfalle über mehrere Tausend Euro geraten!


Schlimmstenfalls können Sie bei einem Einkauf auf solch einer Ausflugsfahrt in eine böse Kostenfalle über mehrere Tausend Euro geraten, wenn Sie dort einkaufen. Es ist außerdem fraglich, welche Art von Erholung sie als Kaffeefahrt-Mitreisender auf einer solchen Verkaufsveranstaltung von der „Käserei aus Holland“ mit einem psychologisch geschulten Verkäufer in einem überfüllten Saal während dieser beworbenen Einkaufs- bzw. Werbefahrt haben. Verbraucherdienst e.V. berichte bereits ausführlich über den Kaffeefahrt-Anbieter „Räucherkate“ aus Vechta, der auch deutschlandweit Einladungsscheiben an Haushalte verteilt.

Welche Erfahrungen haben Sie als Mitreisender bei der Kaffeefahrt von der „Käserei aus Holland“ gesammelt?


Haben Sie auch ein solches Einladungsschreiben von der nicht näher genannten „Käserei aus Holland“ erhalten? Gerne würden wir Ihre Erfahrungen während einer sogenannten Kaffeefahrt mit dieser „Käserei“ aus dem niedersächsischen Brinkum erfahren. Welche einschlägigen Erfahrungen machten Sie mit anderen Kaffeefahrt-Anbietern? Teilen Sie uns diese bitte mit. Gerne berichten wir auch über andere Anbieter aus der Kaffeefahrt-Branche. Wenn Sie einen Überblick die Geschäftsgebaren bei einer Kaffeefahrt erhalten möchten empfiehlt Verbraucherdienst e.V. folgenden Beitrag, den wir vor einiger Zeit verfassten. Mitglied sein heißt –  Gewinner zu sein.

Verbraucherdienst e.V. informiert am Telefon oder per E-Mail


Haben Sie Schwierigkeiten mit der nicht näher erläuterten „Käserei aus Holland“ bekommen? Verbraucherdienst e.V. informiert Sie gerne am Telefon oder per E-Mail.


Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.

Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com


Für Nichtmitglieder ist es und nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur erlaubt Fragen allgemeiner Art zu beantworten.

Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch unseren Volljuristen durchgeführt.


Lesen Sie zudem weitere Berichte über Kaffeefahrten:

http://verbraucherdienst.blogspot.de/2015/07/raeucherkate-sagt-danke-kaffeefahrt.html

http://verbraucherdienst.blogspot.de/2015/07/kaffeefahrt-werbefahrt.html


Freitag, 24. Juli 2015

Kaffeefahrt | Räucherkate "sagt Danke" | Abzocke?

Die Firma „Räucherkate“ aus niedersächsischen Vechta verschickt auch dieses Jahr wieder zahlreiche Gewinnschreiben mit Einladungen zu Kaffeefahrten an unzählige bundesdeutsche Haushalte.  Die Zielgruppe an einer Kaffeefahrt von der „Räucherkate“ sind in der Mehrzahl unbedarfte und gutgläubige Rentner und Senioren. Handelt es sich hierbei um Abzocke?



„Räucherkate sagt Danke“ – Kaffeefahrt mit kostenlosen Räucherfisch und einen Gewinn von 800 EUR?


„Die Räucherkate sagt Danke“ – mit diesem Slogan wirbt das Unternehmen aus Niedersachsen, wie Verbraucher uns immer wieder berichteten. Mit einem geschenkten Fernseher, einen kostenlosen und prallgefüllten Warenkorb mit Butter, Räucherfisch, Wein, Kräuterlikör, einem „Gutsherren-Schinken“ sowie einem Gewinn über 800 EUR Bargeld - damit lockt die „Räucherkate“ für die Teilnahme an einer sogenannten Kaffeefahrt mit diesem Unternehmen. Mitglied sein heißt –  Gewinner zu sein.

Abzocke? Ausflug mit der „Räucherkate“ ist in Wahrheit eine Werbefahrt zu einer Verkaufsveranstaltung


Angeblich sollen die versprochenen Gewinne, die die „Räucherkate“ ihrer Zielgruppe – gutgläubigen und blauäugigen Rentnern und Senioren – anpreist, schon „bereit stehen“. Wird anschließend die ausgefüllte Antwortkarte, die der Einladung von der „Räucherkate“ beiliegt, ausgefüllt und abgeschickt, wartet meist einige Tage später der agile Rentner in aller Früh auf den Reisebus von der „Räucherkate“ an einer Haltstelle, der ihn zu der versprochenen „Ausfahrt“ mit dem versprochenen Riesengewinn und den vielen kostenlosen Waren mitnimmt. Dieser kostenlose Ausflug von der „Räucherkate“ entpuppt sich allerdings wenig später als eine sogenannte Kaffeefahrt, die in der Regel eine Werbefahrt mit einer Verkaufsveranstaltung ist.

Anstatt eines kostenlosen „Fresskorb“ zuerst eine steile Verkaufsveranstaltung in einem Gasthof


Doch anstatt den gutgläubigen Rentnern zu einem schönen Tagesausflug zu verhelfen, hält der Reisebus nach einer recht kurzen Reisezeit an einem unbekannten Gasthof, wo die „Räucherkate“ in einem angemieteten Saal erst einmal eine langwierige Verkaufsveranstaltung abhält. Ein psychologisch bestens geschulter Verkäufer preist in dieser sterilen „Arbeitsatmosphäre“ eines Saales in einem Wirtshof zuerst überteuerte Produkte an, die woanders (zum Beispiel im Einzelhandel) nur einen Bruchteil des Kaffeefahrtpreises kosten. Von dem kostenlosen „Fresskorb“ als auch von den erhofften Gewinnen von 800 EUR ist zunächst nichts zu sehen. Erst, wenn dementsprechend viele Teilnehmer die überteuerten Produkte gekauft haben, könnte die Kaffeefahrt mit der „Räucherkate“ weitergehen.

Abzocke mit fragwürdigen Produkten mit pharmakologischer Wirkung?


Während sogenannten Kaffeefahrten werden – wie uns Verbraucher immer wieder berichteten – Produkte feilgeboten, die der Gesundheit der meist älteren Teilnehmer dienen sollen. Oft sind es sogenannte Magnetfeldprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel ohne großen Zusatznutzen. Denn oft ist die Gesundheit der Kaffeefahrt-Teilnehmer – in der Regel Rentner bzw. Senioren - angeschlagen. Der psychologisch geschulte Verkäufer auf einer Verkaufsveranstaltung bei einer Kaffeefahrt preist dabei die immer heilende und gesundheitsfördernde Wirkung der einzelnen Produkte an, die er in der Regel nicht richtig medizinisch beweisen kann. So besitzen zum Beispiel die angebotenen Nahrungsergänzungsmittel, die auf  Kaffeefahrten vertrieben werden, keine oder eine sehr geringe pharmakologische Wirkung. Denn dann müssten diese „vielversprechenden“ gesundheitsdienenden Produkte, die bei einer sogenannten Kaffeefahrt angeboten werden, verschreibungspflichtig sein und in der Apotheke verkauft werden.

Produkte über 1.500 EUR werden oft auf Kaffeefahrten mit der „Räucherkate“ erworben


Aber zurück zur Kaffeefahrt mit der „Räucherkate“! – Das Unternehmen verschickt einmal im Jahr Einladungen zu einer „Ausflugsfahrt“ mit einem vollmundigen Gewinnversprechen und kostenlosen Waren im ganzen Bundesgebiet. Am Ende einer Kaffeefahrt mit der „Räucherkate“ musste ein Teilnehmer einen hohen Geldbetrag von mehr als 1.500 EUR für ein Nahrungsergänzungsmittel, für eine Vermittlungsgebühr für eine angeblich gewonnen Reise sowie für ein gewonnenes Handy bezahlen. Zum Beispiel entlarvte sich das angeblich gewonnene „Senioren-Notfall-Handy“ von der „Räucherkate“ einige Tage später als ein „stinknormaler“ 24-Monatsvertrag vom einen „x-beliebigen“ Telefonanbieter.

Der große Haken bei dem versprochenen Gewinn über 800 EUR


Dazu haben die versprochenen Geschenke von der „Räucherkate“ noch einen größeren Haken. Die attraktiven Geldgewinne von 800 EUR existieren bei einer Kaffeefahrt nämlich nicht, da es sich lediglich um ein sogenanntes Gewinnversprechen mit einer Gewinnübergabe handelt. Ein eindeutiger Satz, dass der teilnehmende Rentner diesen Geldbetrag tatsächlich gewonnen hat, ist dem Einladungsschreiben von der „Räucherkate“ nicht zu entnehmen. Also einfacher gesagt– den versprochenen Gewinn über mehrere Hundert Euro gibt es überhaupt nicht!

Geschenke auf Kaffeefahrten sind meist Billigwaren aus Fernost von wenigen Euro-Cent


Die „attraktiven“ Geschenke, die auf einer Kaffeefahrt verschenkt werden, entpuppen sich in der Regel als schlecht hergestellte Billigwaren aus ostasiatischer Produktion. Diese werden jedoch von den Käufern immer wieder durch die gekauften überteuerten Produkte (zum Beispiel die Nahrungsergänzungsmittel) mitfinanziert. Ebenso verhält es sich mit den verschenkten Lebensmitteln, die nach dem Ende der für den Verkäufer finanziell erfolgreichen Verkaufsveranstaltung an die „ausgelaugten“ Kaffeefahrt-Reisenden verteilt werden. In der Regel handelt es sich bei den verschenkten Lebensmitteln um billig eingekaufte Postenware, die meist nur wenige Euro-Cent den Veranstalter im Einkauf gekostet hat.

„Die Räucherkate sagt Danke“ – Kaffeefahrten mit „Räucherkate“? Nein Danke!


Bei einem Einkauf auf einer Verkaufsveranstaltung bei einer Kaffeefahrt zahlen Sie in der Regel viel mehr als im normalen Einzelhandel oder im Internet. Die angebotenen Produkte auf einer Kaffeefahrt mit der „Rächerkate“ sind dazu noch in der Regel noch überteuert und in der Qualität nicht zu empfehlen.

Kaffeefahrt-Anbieter „Räucherkate“ hat nichts zu verschenken!


Kein Anbieter auf einer Kaffeefahrt – also auch die Firma „Räucherkate“ aus Niedersachsen – hat etwas zu verschenken. Ganz zu schweigen von dem hohen Geldgewinn oder einen großen „Fresskorb“ mit Lebensmitteln aller Art. Eine per Infopost verschickte Einladung zu einer sogenannten Kaffeefahrt ist immer mit einer Gewinnübergabe an einen unbekannten Ort – meist ein unbekannter Gasthof – und einer kostenlosen Abholung mit einem gemieteten Reisebus verbunden. Das Einladungsschreiben mit den großen Gewinnversprechen und vielen versprochenen Sachpreisen ist in der Regel eine namentlich an Sie adressierte Postwurfsendung. Dadurch soll eine „intime“ Vertrauensbasis zwischen dem Kaffeefahrt-Anbieter und dem Angeschriebenen suggeriert werden. Seien Sie deshalb immer skeptisch bei einem Einladungsschreiben hinter dem sich nur ein unbekannte Postfach- oder eine Auslandsadresse ohne Telefonnummer oder Internetadresse – wie bei dem Anbieter „Räucherkate“ - verbirgt. Mitglied sein heißt –  stark zu sein.


Welche Erfahrungen hatten Sie mit der „Räucherkate“?


Welche Erfahrungen haben Sie auf einer Verkaufsveranstaltung während einer Kaffeefahrt mit der „Räucherkate“ gemacht. Haben Sie auch ein überteuertes und vielleicht sogar unnützes Produkt auf der Werbefahrt erworben? Wir können Sie bezüglich Kaffeefahrten des Anbieters „Räucherkate“ informieren? Gerne können Sie uns am Telefon oder per E-Mail kontaktieren.


Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.

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kontakt@verbraucherdienst.com


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Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch unseren Volljuristen durchgeführt.




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http://www.nw.de/lokal/kreis_herford/buende/buende/6904378_Nepper-Schlepper-Bauernfaenger.html

Donnerstag, 9. Juli 2015

Kaffeefahrt | So wird die Werbefahrt nicht zum Albtraum

Vielleicht haben Sie schon Einladungsschreiben für eine Kaffeefahrt in Ihrem Briefkasten gefunden? Haben Sie schon an einer Kaffeefahrt teilgenommen? Oder haben Sie gar auf der kostenlosen Werbefahrt ein überteuertes Produkt gekauft? Hoffentlich wurde Ihre Kaffeefahrt nicht zu einem Albtraum, nachdem Mahnungen von einer Inkassofirma an Sie verschickt wurden!



Auch im Jahr 2015 locken Kaffeefahrten nicht nur Senioren und Rentner


Auch im Jahr 2015 locken zahlreiche Einladungen für Kaffeefahrten mit vielversprechenden Gewinnschreiben, prallen Präsentkörben, sehenswerten – vor allem kostenlosen - Ausflügen und sogar mit „Gratisessen“ viele Teilnehmer in die Verbraucherfalle. Jedes Jahr nehmen circa fünf Millionen Bundesbürger – nicht nur Rentner und Senioren – an diesen vermeintlich „kostenlosen“ Ausflügen teil. Bedenken Sie – auch bei einer Kaffeefahrt bekommen Sie nichts geschenkt! Mitglied sein heißt –  nicht allein zu sein.

Bei Kaffeefahrten steht das Verkaufen im Vordergrund


Bei den sogenannten Kaffeefahrten handelt es sich um sogenannte Verkaufsveranstaltungen, die meist in einsam gelegenen Gasthöfen oder in abgeschlossenen Sälen abgehalten werden. Die Verkäufer bei einer solchen Veranstaltung sind – nach diversen Berichten von einigen Verbrauchern – meist psychologisch geschult und üben oft massiven psychischen Druck auf die Teilnehmer einer Kaffeefahrt aus, um anschließend überteuerte Produkte an den „blauäugigen“ Mann oder an die „ahnungslose“ Frau zu bringen. Wussten Sie schon, dass mit den Kaffeefahrten jährlich ein Umsatz von circa 500 Millionen Euro erzielt wird? Denn bei einer solchen „Werbeveranstaltung“ steht der Verkauf von meist überteuerten Produkten – wie Verbraucher berichten - im Vordergrund.

In der Regel verdienen vier verschiedene Geschäftspartner an einer Kaffeefahrt


Vier unterschiedliche Geschäftspartner profitieren üblicherweise bei einer Werbefahrt. Zuerst ist es eine Planungsfirma, die in ganz Deutschland Adressen für zukünftige Teilnehmer sammelt, die neben der Versendung vielversprechender Einladungsschreiben versendet die Teilnehmerlisten für die Busreisen zusammenstellt. Die Planungsfirma arbeitet mit einer Vertriebsfirma zusammen, welche die „Verkaufsshow“ in einer Gaststätte organisiert und mit den dort verkauften Produkten ihr Geld verdient. Die Verkäufer bei einer Kaffeefahrt sind in der Regel freiberufliche Handelsvertreter, die auf eigene Rechung verkaufen. Weitere Nutznießer einer Kaffeefahrt sind Busfirmen, die üblicherweise von der Vertriebsfirma beauftragt werden. Daneben verdienen auch die Gaststätten an einer Werbefahrt, die den äußeren Rahmen wie den Saal bzw. die Speisen und Getränke stellen.

Auf einer Werbefahrt wird auch oft eine Ratenzahlung angeboten


Die Artikel, die typischerweise auf einer Kaffeefahrt als „revolutionär“ und „noch nicht im Handel erhältlich“ von den Verkäufern der Vertriebsfirma feilgeboten werden, sind häufig minderwertig oder oft sehr überteuert. Trotzdem wird den Teilnehmern oftmals suggeriert, dass es sich dabei um ein „Schnäppchen“ handelt. Manchmal wird laut Aussagen von Verbrauchern bei einem sehr teuren Produkt auch eine Ratenzahlung angeboten.

Aus einem „Schnäppchen“ wird oft eine Mahnung von einer Inkassofirma


Wer dann bei einem psychologisch geschulten Verkäufer eine Ratenzahlung, zum Beispiel für eine „Gesundheitskur mit dem Wundermittel Q10“ oder ein „Gelenkkapsel-Abo“ vereinbart hat, kann bei einer Nichtzahlung schnell eine Mahnung bzw. eine Zahlungsaufforderung von einem Inkassounternehmen erhalten. Dann wird aus dem durch Zufall erworbenen „Schnäppchen“ schnell eine sehr teurere Angelegenheit. Wie Verbraucher berichten kosten diese sogenannten „Schnäppchen“ bei einer Werbe- oder Kaffeefahrt im Einzelhandel oder in der Apotheke oft nur einen Bruchteil.

Ein Einkauf auf einer Werbefahrt ist ein „externes Haustürgeschäft“


Auch wenn Sie nur die preiswerteren Produkte aus den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Wellness oder Tourismus auf einer Kaffeefahrt gekauft haben, schlossen Sie ein „externes Haustürgeschäft“ ab. Der Kaffeefahrt-Teilnehmer könnte zum Beispiel auch von seinem Widerrufsrecht von 14 Tagen Gebrauch machen - auch wenn die Ware im angrenzenden Ausland (Holland oder Polen) erworben wurde - sofern ein schriftlicher Vertrag vorliegt. Bei den Artikeln, die bar und ohne Rechnung auf einer Werbefahrt erworben wurden, jedoch gilt kein gesetzliches Widerrufsrecht.

Verbraucherdienst e.V. als Anlaufstelle für Verbraucher nach einer Kaffeefahrt


Dabei sollten Sie auf jeden Fall den Verbraucherdienst e.V. aus Essen oder jede andere im Verbraucherschutz tätige Anlaufstelle kontaktieren, um Ihre Verbraucherrechte gegenüber dem Kaffeefahrt-Veranstalter durchzusetzen. Sollten Sie allerdings auf einer Kaffeefahrt zur Teilnahme an der Verkaufsveranstaltung oder zum Kauf eines überteuerten und sinnlosen Produktes von dem Verkäufer gezwungen worden sein, kann sogar der Straftatbestand einer sogenannten „Nötigung“ der Fall sein. So existiert zum Beispiel eine aktuelle Warnliste, in der unseriöse Kaffeefahrt-Veranstalter aufgelistet sind.

Bayerische Staatsregierung plant eine Verschärfung für Kaffeefahrten-Veranstalter


Die bayerische Staatsregierung plant eine Verschärfung für Kaffeefahrten-Veranstalter. Diese Verschärfungen sollen den Schutz vor unseriösem Verhalten auf Kaffeefahrtveranstaltungen verbessern. So soll zum Beispiel der Veranstaltungsort der geplanten Verkaufveranstaltung vorher bekannt gegeben werden. Somit wollen die Behörden schon frühzeitig erfahren, wo und wann die Kaffeefahrt – die eigentlich eine Überteuerte Werbefahrt zu Ungunsten von Verbrauchern ist – stattfinden soll.

Nehmen Sie auf einer Kaffeefahrt keine Kreditkarte mit


Wollen Sie trotzdem an einer Kaffeefahrt bzw. einer Werbefahrt teilnehmen sollten Sie auf jeden Fall einige Tipps vom Verbraucherdienst e.V. beherzigen um nicht in die Verbraucherfalle zu geraten. Nehmen Sie keine Kreditkarte und keine Geldbörse mit viel Bargeld mit. Am besten ist es, wenn Sie nur sehr wenig bares Geld auf einer Kaffeefahrt bei sich haben um so den vollmundigen Verlockungen der Kaffeefahrt-Verkäufer zu widerstehen. Es ist auch sinnvoll Stift und Papier auf eine Werbefahrt mitzunehmen um sich mögliche Zusagen und Versprechen des Veranstalters bzw. Käufers gegebenenfalls schriftlich quittieren zu lassen. Mitglied sein heißt –  immer auf den aktuellen  Stand zu sein.


Seien Sie skeptisch bezüglich den Versprechungen des Werbefahrt-Verkäufers


Sie sollten auch nur einen Vertrag abschließen, den Sie wirklich „verstanden“ haben. Lesen Sie zum Beispiel auch das „Kleingedruckte“ auf der Unterseite des Vertrags. Seien Sie vor allem skeptisch bei vollmundigen Versprechungen für „Wundermittel“ aller Art. Denn außerhalb der Kaffeefahrt-Veranstaltung kosten solche fragwürdigen „Mittelchen“ (zum Beispiel billige „Gelenkkapseln“) nur einen Bruchteil. Außerdem ist deren medizinische Wirkung nicht immer gewährleistet. Sollten Sie dennoch „etwas Teures“ auf einer solchen Veranstaltung gekauft haben, sollte der abgeschlossene Vertrag den Namen und die Anschrift des Verkäufers sowie das aktuelle Verkaufsdatum beinhalten. Auch sollten Sie auf Bezahlung per Lastschriftverfahren gegenüber dem Verkäufer bestehen. Dann kann auch der geforderte Geldbetrag – sollte dies einmal von Nöten sein - von Ihrer Bank zurückgebucht werden. Auch ist es sinnvoll, sich die Adressen von anderen Kaffeefahrt-Teilnehmern schriftlich gegen zu lassen. Dann haben Sie auch Zeugen, die im Notfall für Sie aussagen können.

Verbraucherdienst e.V. informiert Sie über Ihre Verbraucherrechte bei Kaffeefahrten


Haben Sie jedoch Probleme nach einer Kaffeefahrt bekommen, informiert Sie gerne der Verbraucherdienst e.V. mit seinen Mitarbeitern. Denn wenn aus einer anfänglich „kostenlosen“ Kaffeefahrt mit vielversprechenden Gewinnversprechen, prallgefüllten Fresskörben und einem „Gratisessen“ ein fortdauernder Albtraum mit Mahnungen von einem Inkassounternehmen wird, ist schnelle Hilfe von Nöten. Wir informieren Sie gerne am Telefon im direkten Gespräch oder per E-Mail über Ihre Rechte als Verbraucher bei Kaffeefahrten.


Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.

Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com


Für Nichtmitglieder ist es und nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur erlaubt Fragen allgemeiner Art zu beantworten.

Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch unseren Volljuristen durchgeführt.