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Dienstag, 1. September 2020

Compass Consulting Group, London: Erfahrungen und Warnung

Ein Mitglied wandte sich mit seinen Erfahrungen bezüglich der Firma Compass Consulting Group aus London an uns. So hätte er beinahe 450.000 Dollar in Aktien der North West Oil investiert. Den gesamten Bericht über den Ablauf lesen Sie in diesem Beitrag.

Titel: Compass Consulting Group, London: Erfahrungen und Warnung

North West Oil Aktien: Investoren aufgepasst


Mit großen Versprechungen wendet sich die Compass Consulting Group an die Besucher ihrer englischsprachigen Webseite. Dort werden Phrasen im besten Wirtschafts-Englisch gedrescht, die jedoch nicht viel über das Geschäftsgebaren der Firma mit Sitz in London aussagen. Die Firma soll laut unseren Informationen Wertanlagen via Telefon und Email vertreiben. Eins unserer Mitglieder ist betroffen und berichtete uns gegenüber seine Erfahrungen mit der Compass Consulting Group und wie er beinahe 450.000 Dollar in eine Firma namens Nowea Energ Inc., ehemals North West Oil investierte. Zuletzt äußerte die BaFin den Verdacht, dass keine Genehmigung zum Verkauf von North West Oil Aktien vorliegt. Auch die Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) in Österreich warnte Investoren in einer Pressemitteilung.

Compass Consulting Group: Erfahrungen eines Betroffenen


Laut des Betroffenen nahm die die Compass Consulting Group Anfang Februar 2020 Kontakt auf. Eine Frau Frisch bedankte sich via Mail für ein erfolgtes Telefonat und empfahl eindringlich ein Investment in das Unternehmen Nowea Energy Inc., ehemals North West Oil.

Weitere Gespräche folgten, unter anderem mit einem Hr. Dr. Erich Vissmann, der sich als Vice President der Compass Consulting Group ausgab und nach eigenen Angaben die Börsengänge großer amerikanischer Unternehmen begleitet hätte. Vissmann soll dem Betroffenen gegenüber wiederholt von gewinnenbringenden Investments mit hohen Renditen berichtet haben und erfragte im Telefonat vertrauliche Informationen, wie unter anderen die Höhe des Vermögens.

Ein Betroffener berichtet: 450.000 Dollar an die Firma Nowea Energy Inc.


Der Betroffene stimmte laut eigener Aussage nach vielfachen Anrufen einen Kauf von Anteilsscheinen zu. Ende Februar erfolgte somit die Bestätigung einer Zeichnung von 205.000 US-Dollar. Diese Summe soll überwiesen worden sein.

Auch im März 2020 soll der Betroffene von der Compass Consulting Group weiterhin und in regelmäßigen Abständen kontaktiert worden sein, um ihn von weiteren Investitionen zu überzeugen. Er soll aufgefordert worden sein, sein gesamtes Vermögen in die Nowea Energy Inc. zu investieren. Zunächst stimmte der Betroffene laut eigener Schilderung zu, am Ende sollte ein Betrag in Höhe von 450.000 Dollar überwiesen werden, diese Zahlung wurde jedoch durch das Einwirken des persönlichen Umfelds unterbunden.

BAFIN äußerte Verdacht: Anhaltspunkte für fehlenden Prospekt


Am 23.03.2020 veröffentlichte die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen) eine Pressemitteilung, in der ein Verdacht gegenüber der Compass Consulting Group (SW1P 4QP London, Millbank Tower 21-24, Company No. 08670203, http://www.compassconsultinggroup.co.uk) mitgeteilt wird.

Laut der Meldung soll das Unternehmen in Deutschland ein Wertpapier in Form von Aktien der North West Oil (Nowea Energy Inc.) öffentlich anbieten. Das öffentliche Angebot von Wertpapieren ohne einen gebilligten Prospekt stellt regelmäßig einen Verstoß gegen die Prospektpflicht nach Artikel 3 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2017/1129 dar.

Entgegen Artikel 3 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2017/1129 wurde für das öffentliche Angebot der Compass Consulting Group kein Prospekt veröffentlicht.

Droht ein Verlust? Handeln Sie jetzt!


Haben Sie als Anleger durch das genannte Unternehmen Geld verloren? Sehen Sie von weiteren Zahlungen ab. Dies gilt auch, wenn Mitarbeiter des Unternehmen Sie dazu drängen wollen. Es geht darum die Hintergründe des Verlustes zu prüfen und ggf. Möglichkeiten zu ergründen sind, das verlorene Geld wieder zu erlangen. Wir bieten Hilfe für Betroffene.

Kontakt mit Verbraucherdienst


Haben Sie auch Erfahrungen mit der Compass Consulting Group? Haben Sie in Aktien der Nowea Energy ehemals North West Oil investiert? Wir helfen unseren Mitgliedern, zu denen zahlreiche Gewerbetreibende und Verbraucher zählen.

Nutzen Sie unsere Kontaktmöglichkeiten:

0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com

Für Nichtmitglieder ist es und nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur erlaubt Fragen allgemeiner Art zu beantworten. Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch kooperierende Rechtsanwälte durchgeführt.

Freitag, 17. April 2020

ADCADA.healthcare Warnung: Anleger sollen durch Corona-Krise profitieren

Derzeit richtet sich die ADCADA.healthcare mit starken Slogans wie „Ihr Einsatz im Kampf gegen Corona“ an Anleger, die helfen und profitieren will. Nicht weniger als ein 12% Zinsangebot mit einer Dauer von einem Jahr soll dies bei den angebotenen Anleihen bedeuten. Lohnt sich das Angebot für Anleger?

Titel: ADCADA.healthcare Warnung: Anleger sollen durch Corona-Krise profitieren

Was bietet ADCADA.healthcare an?


„Unterstütze das Wachstum dieser Initiative zur Sicherung des Bedarfs an Schutzkleidung. Mit bereits 100 Euro rettest Du Leben - Setze jetzt ein Zeichen für soziales Engagement!“ heißt in der aktuell geschalteten Anzeige der ADCADA.healthcare. Ganze 12 Prozent Zinsen will man dem Kunden zahlen, der sein Geld anlegt. Gutes tun und gleichzeitig profitieren? Dies soll mit einer Investion in den angebotenen Anleihen der ADCADA.healthcare möglich sein.

Scan: Google Anzeige ADCADA.healthcare / 16.04.2020
Google Anzeige ADCADA.healthcare / 16.04.2020


Als Zeichnungsfrist ist der 20. April 2020 angegeben. Folgende Vorteile nennt das Unternehmen mit Sitz im Fürstentum Liechtenstein den potentiellen Anlegern auf ihrer Homepage:
  • 12 % Zinsen p.a.
  • 12 Monate Laufzeit
  • Anlage ab 100 EUR
  • 100 % erstrangig
Die Anleihen sollen das Wachstum der Initiative unterstützen und zur Sicherung des Bedarfs an Schutzkleidung beitragen. Die ADCADA Group bezeichnet sich selbst als sozialverantwortliches und familienfreundliches Unternehmen und gibt bekannt, für die Laufzeit der Anleihe mindestens 12 Prozent der monatlichen Produktionsartikel an öffentliche und gemeinnützige Institutionen zu spenden.

Verbraucherdienst e.V. ist der Meinung, dass allein 12 % p.a. Verzinsung  in der jetzigen Zinssituation eine Utopie darstellt. Bei dieser Anlage muss der Anleger ein Totalverlustrisiko verkraften können. Daher stellt sich die Frage, warum die Emittentin das Angebot an unerfahrene Anleger richtet.

Was steht in dem Zeichnungsschein?


Der uns vorliegende Zeichnungsschein für die „ADCADA.healthcare Anleihe 2020“ bietet detaillierte Informationen über die mögliche Investition in die Inhaber-Teilschuldverschreibungen (Laufzeit von 12 Monaten und endfälliger Zinszahlung). So ist der Mindestanlagebetrag 100 EUR, höhere Anlagebeträge müssen durch 100 teilbar sein.

Vorab eingetragen ist die Anzahl von 10 Inhaber-Teilschuldverschreibungen, was eine Zeichnungssumme von 1.000 EUR ergibt. Sollte sich der Anleger für das Angebot entscheiden, so muss die Zeichnungssumme innerhalb von 5 Werktagen auf ein Deutsches Konto überwiesen werden.

Meinung von Verbraucherdienst e.V: Durch die Angabe eines deutschen Kontos könnte der Eindruck erweckt werden, dass hier eine besondere Vertrauensbasis zum Anleger aus Deutschland aufgebaut werden soll. Die ADCADA.healthcare selber hat ihren Sitz jedoch in Fürstentum Lichtenstein. Auch wenn Überweisungen auf ein deutsches Konto erfolgen, wäre bei einem Totalverlust der Einlage der Gerichtstandort das Fürstentum Liechtenstein. Will man damit das Geldwäschegesetz umgehen? Bei einer direkten Überweisung nach Liechtenstein würden unter Umständen diverse Personen aufmerksam werden die Investoren dahingehend beraten, die Anlage nicht zu tätigen.

Entfällt die Veröffentlichung eines Wertpapierprospekts?


Im Anhang sind die wichtigen Hinweise der „Schuldverschreibungsbedingungen der ADCADA.healthcare Anleihe 2020“ zu finden. Als Ermittentin des Angebots ist die ADCADA Investments AG PCC handelnd für SEGMENT 4 im Fürstentum Liechtenstein genannt.

In diesen Bedingungen ist unter anderem zu lesen, dass die Ermittentin für das öffentliche Angebot der Anleihe in Deutschland von der Ausnahmevorschrift des Artikels 1 Absatz 4 Buchstabe b) der Verordnung (EU) 2017/1129 Gebraucht macht. Durch diese Inanspruchnahme entfällt für den Anbieter die Verpflichtung zur Erstellung/Veröffentlichung eines Wertpapierprospektes als auch eines Wertpapier-Informationsblattes sowie jeweils die Gestattung durch die BaFin. Und das Angebot richtet sich an unerfahrene Anleger.

Verbraucherdienst e.V: ist der Meinung: Warum umgeht man einen Wertpapierprospekt? Ein Wertpapierprospekt hat diverse Pflichtinhalte, wie unter anderem eine umfangreiche Risikoaufklärung, zusätzlich müssen Zahlen wie eine Eröffnungsbilanz sowie Prognosen veröffentlicht werden. Die Anlage selber sowie die Webseite beinhalten weder eine Bilanz noch sorgfältige Risikohinweise, obwohl die Firma eine Schweizer AG ist.


Risikohinweis auf der Webseite


Auf der Webseite ist ein Risikohinweis zu finden, übertitelt mit „Anlage - Sicherheit & Risiken“. Dort ist der Hinweis zu lesen, dass die angebotenen Informationen kein Beratungsgespräch ersetzen. Des Weiteren enthalten sie „kein Angebot zum Kauf oder eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebotes für vorgestellte Produkte oder Leistungen und dürfen nicht zum Zwecke eines Angebotes oder einer Kaufaufforderung verwendet werden“. Stattdessen weist ADCADA.healthcare darauf hin, dass eine Entscheidung über einen Kauf erst nach Vorlage der vollständigen Unterlagen und Risikohinweise sowie nach vorheriger Rechts-, Steuer- und Anlageberatung getroffen werden sollte.

BaFin ordnet Einstellung und Abwicklung des unerlaubten Einlagenschäfts an


Am 16.04.2020 gab die Bundesanstalt der Finanzdienstleistungsaufsicht bekannt, dass das ohne Erlaubnis betriebene Einlagengeschäft der Adcada GmbH, Bentwisch mit Bescheid vom 09.03.2020 sofort eingestellt und unverzüglich abgewickelt wird.
Quelle: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Verbrauchermitteilung/unerlaubte/2020/meldung_200416_Adcada.html

Die Adcada GmbH ist die Muttergesellschaft der ADCADA.healthcare.

Was Anleger beachten sollten


Aktuell könnten sich Anleger aufgrund der Corona-Krise zurückhaltend verhalten, was der Grund sein könnte, warum ADCADA.healthware u.a. mit Atemschutzmasken wirbt. Doch gerade diese Produkte machten in der jüngsten Vergangenheit Schlagzeilen, da sie nicht im Überfluss vorhanden sind. Ohnehin ist der Markt für Schutzkleidung u.ä. derzeit wechselhaft und es ist nicht absehbar, wie lange die Nachfrage nach diesen Produkten stark bleibt.

Darüber hinaus gab die BaFin am 16.04.2020 bekannt, dass das betriebene Einlagengeschäft des Mutterkonzerns ADCADA GmbH eingestellt und unverzüglich abgewickelt wird.

Ursprung des Tochterunternehmens „ADCADA.healthcare“


Die ADCADA Unternehmensgruppe hat sich laut ihren eigenen Worten auf die „entstandene Krisensituation schnell eingestellt“ und bereits rund 2.5 Millionen Euro u.a. für die Herstellung von Atemschutzmasken investiert. Damit soll die ADCADA Group in der Lage sein, ab dem 01. Mai 2020 rund 12 Millionen Schutzmasken pro Monat herzustellen. Zu diesem Zweck wurde das Tochterunternehmen „ADCADA.healthcare“ gegründet. Auf der Homepage wird verkündet, dass bei der Auslieferung der Produkte jene Einrichtungen und Menschen im Vordergrund stehen, welche täglich gegen die Weiterverbreitung der Viren ankämpfen.

Kontakt mit Verbraucherdienst e.V.


Haben Sie die ADCADA.healthcare Anleihe 2020 erstanden? Für weitere Informationen können Sie uns gerne kontaktieren, auch aus der Schweiz oder Österreich. Gerne können sich auch Anleger mit alternativen Erfahrungen oder weiterführenden Informationen bei uns melden.

Allgemeine Infos zu dem Thema Kapitalanlage erhalten Sie über unter dieser Telefonnummer:

0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com

Für Nichtmitglieder ist es und nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur erlaubt Fragen allgemeiner Art zu beantworten.

Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch kooperierende Rechtsanwälte durchgeführt.

Montag, 26. März 2012

TradesDirect bewirbt Petrolog Aktie per Cold Call


Herr B.V. wandte sich an Verbraucherdienst e.V. Er informierte den Verein über einen Cold Call (unerwünschter Werbeanruf), der seiner Ansicht nach einen dubiosen Anlagetipp zum Inhalt hatte. Ebenso verwundert äußerte sich Herr V. darüber, woher die Firma TradesDirect Inc. mit Sitz in 60327 Frankfurt am Main, Messeturm, Friedrich-Ebert- Anlage, seine Kontaktdaten hatte. Herr V. übermittelte Verbraucherdienst e.V. die ihm von TradesDirect zugesandten Unterlagen …

Bei dem seitens TradesDirect Inc. massiv beworbenen Wertpapier handelt es sich um die Petrolog Aktie WKN A1JG5S. Der Handel über Frankfurt Xetra begann erst am 04.10.2011, wobei ein nennenswertes Handelsvolumen zunächst nicht nachvollziehbar ist. Erst seit dem 23.01.2012 wird ein Handelsvolumen von 11.500 Stck. Aktien angezeigt. Parallel zu den unerwünschten Werbeanrufen ist ein täglicher Handel seit dem 23.02.2012 feststellbar. Woran mag das wohl liegen?? 
Mitglied sein heißt –  den Rest kannst du dir sparen.

Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.

Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com

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Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch unseren Volljuristen durchgeführt.