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Freitag, 30. November 2018

Erfahrungen mit der Tradelore Corporation

Ein Verbraucher meldete sich bei uns, um uns seine Erfahrungen mit dem Unternehmen Tradelore Corporation zu schildern. Es handelt sich bei dem Unternehmen, welches sich auf ihrer Homepage als „internationales Immobilienunternehmen“, welches laut eigener Aussage seit 18 Jahren in der Branche tätig sein soll. Die Tradelore Corporation betreibt Vertriebsdienstleistungen im Bereich Immobilienmanagement (Corporate-Real-Estate-Management).

Titel: Erfahrungen mit der Tradelore Corporation

Keine Auszahlung durch eine schlechte Google-Bewertung?


Scheinbar wurde zwischen beiden Parteien ein Vertrag abgeschlossen, der nach Ablauf der Laufzeit von 5 Jahren die Auszahlung einer vereinbarten Zinszahlung festlegt. Laut der Aussage des Verfassers der Mail fand dies nicht statt. Eine Auszahlung soll verweigert worden sein, da der Verbraucher eine schlechte Bewertung der Tradelore Corporation im Internet vergab. Wir zitieren im folgenden Absatz die von uns erhaltene Mail.

„In 2012 habe ich mit der Firma "Tradelore Corporation" einen "Rohstoff Handel Direkt Markt (RHDM)" Vertrag abgeschlossen. Dieser sollte für 5 Jahre lang laufen mit einer monatlichen Einzahlung von 100 EUR. Jährlich sollte mir dann eine 25% auf den bis dahin eingezahlten Betrag gut geschrieben werden. Die Auszahlung sollte in 2017 November fällig sein. Leider ist diese bis heute noch offen.

Ich habe mich heute nochmal mit meinem Ansprechpartner - und Chef der Firma – A. B. (Name der Redaktion bekannt), in Kontakt gesetzt. Er meinte kurz danach, dass ich wegen meiner schlechten Bewertung, die ich ungefähr in März auf Google geschrieben habe, keinen Anspruch auf diese Zahlung habe, solange diese Bewertung noch da ist.

Insgesamt habe ich über 5 Jahre 6.000,00 EUR investiert und mir liegt eine schriftliche vereinbarte Summe von ca. 12.000,00 EUR offen.“

Details über den Darlehensvertrag


Uns wurde durch den Betroffenen der besagte Darlehensvertrag nach § 488 BGB vorgelegt. Auf diesem Vertrag ist zu erkennen, dass es sich um ein Darlehen in Höhe von 6.000 EUR mit dem Darlehenszweck „Rohstoffhandel Direktmarkt“handelt.

Die Auszahlung soll in 60 Auszahlungsraten in Höhe von 100,00 EUR ausgezahlt werden. Nach einer Laufzeit von insgesamt fünf Jahren ist der Nettodarlehensbetrag in voller Höhe zurückzuzahlen.

Der Jahreszinssatz soll laut des Vertrags 24% vom Nettodarlehensbetrag betragen und wird am Ende der Laufzeit ausgezahlt.

Scan: Darlehensvertrag Tradelore Coporation / Seite 1
Darlehensvertrag Tradelore Coporation / Seite 1
Scan: Darlehensvertrag Tradelore Coporation / Seite 2
Darlehensvertrag Tradelore Coporation / Seite 2


Über die ehemalige Firma des Geschäftsführers vor der Tradelore Corporation


Als Kontaktsitz der Firma Tradelore Corporation wurde ein Business Center in Frankfurt genannt, als Firmensitz eine Adresse in Oregon, USA. Der aktuelle Geschäftsführer der Tradelore Corporation A.B. (Name der Redaktion bekannt) hat bereits 2017 durch eine Pressemeldung der BaFin für Aufsehen gesorgt. So wurde seiner vorherigen Firma, der Afv Braun e.K., der Betrieb eines unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts festgestellt.

„Der AfV Braun e. K. bot an, bestehende Forderungen aus gekündigten Vermögenanlagen einzuziehen, sie als „Kaufpreis“ für einen zu erwerbenden Diamanten zunächst einzubehalten und später auszuzahlen.
Mit dem Einzug entsprechender Forderungen, die erst später ratierlich an die Kapitalgeber auszuzahlen sind, betreibt der AfV Braun e. K. das Einlagengeschäft ohne die erforderliche Erlaubnis der BaFin. Er ist verpflichtet, die angenommenen Gelder unverzüglich und vollständig an die Kapitalgeber zurückzuzahlen.“ 
Quelle: Bafin.de

Es liegt die Vermutung nahe, dass die Tradelore Corporation für diese Art Darlehensaufnahme eine Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) benötigt, da es sich hier um Einlagengeschäft handeln könnte. Liegt in diesem Fall erneut keine Erlaubnis vor, kann dies für die Geschäftsführung der Gesellschaft sowohl zivilrechtliche, als auch strafrechtliche Konsequenzen haben.

Nachtrag: Weitere Erfahrungen


Kurz nach der Veröffentlichung dieses Beitrags meldete sich ein weiterer Anleger, der Erfahrungen mit der Tradelore Corporation hat. Dank seiner Schilderungen lässt sich vermuten, dass noch weitere Anleger vergleichbare Erfahrungen machten. Wir zitieren zu diesem Zweck seine Mail.
Zitat:

"Ich habe 50% meiner ausgezahlten Lebensversicherung in Vorzugsaktien der sogenannten Tradelore-Corporation investiert (rd. 3.700 EUR). Hierbei wurde eine Laufzeit von 36 Monaten, mit einer monatlichen Abschlagszahlung i. H. von rd. 200 EUR vereinbart. Ein lukratives Geschäft, sollte man vermuten.

Alle Unterlagen, das Beratungsgespräch wirkten sehr professionell. Mich wunderte nur, das Herr B. (Anmerkung: Name der Redaktion bekannt) mir ein Schreiben hat zukommen lassen, in dem er darum bat, eine neue IBAN für die Zahlung der 3.700 EUR zu verwenden. Er begründete dies mit einem Systemupgrade einer Bank. Nach der Überweisung meines Anteils bekam ich das Zertifikat von Tradelore. Zugleich auch eine „SMS“ (!) von Herrn B. mit dem Hinweis, dass das Geld nun eingegangen sei und man mir nun das Zertifikat zukommen lassen würde. Recht merkwürdig, doch vermutete ich, dass Herr B. wohl keinen Datenempfang mit seinem Smartphone hatte. 

Beginn der Laufzeit war der 01.10.2018. Die erste monatlich Rate erfolgt bereits am 15.10.2018. Doch von dort an blieben die Zahlung aus. Meine Recherchen haben ergeben, dass die Webseite www.tradelore.de, auf der mit Ankauf von Lebensversicherungen geworben wurde, nicht mehr existiert. Es findet lediglich eine Verlinkung zu YouTube statt. Dort gibt es allerdings nur einen Trailer, der sich mit Lebensversicherer und deren „unlauteres“ Verwalten der Beitragseinnahmen ihrer Versicherungsnehmer befasst. 

Eine Mobilfunknummer, über die mich Herr B. oftmals kontaktierte, ist nicht mehr erreichbar. Per Whatapp ebenso wenig. Das Profilbild bei Whatapp wurde entfernt. Der dazugehörige Profileintrag wurde mit den Worten „schon ok“ vor 9 Tagen geändert. Die Festnetznummer des Büros in Frankfurt ist zwar erreichbar, jedoch wird der eine Codenummer verlangt. Hat man diese nicht vorliegen, legt das System automatisch auf."

Zitat Ende.

Update Januar 2019


Am 23. Januar 2019 gab die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) in einer Pressemitteilung bekannt, dass Herr B. verpflichtet ist, das entsprechende Angebot an seine Kunden einzustellen und die Geschäfte abzuwickeln. So soll die Abwicklung durch die Rückerstattung des von den Geldgebern für die Aktien aufgewendeten Entgelts erfolgen bzw. Zug-um-Zug gegen die Rückgabe des Eigentums an den Aktien.

Zur Mitteilung: BaFin ordnet Einstellung und Abwicklung des Finanzkommissions- und Depotgeschäfts an

Kontakt mit Verbraucherdienst e.V.


Haben Sie auch Verträge mit der Tradelore Corporation geschlossen? Gerne können sich auch Anleger mit alternativen Erfahrungen oder weiterführenden Informationen bei uns melden.

Allgemeine Infos zu dem Thema Kapitalanlage erhalten Sie über unter dieser Telefonnummer:

0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com

Für Nichtmitglieder ist es und nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur erlaubt Fragen allgemeiner Art zu beantworten.

Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch kooperierende Rechtsanwälte durchgeführt.

Freitag, 1. Dezember 2017

Hypothekenfonds | Deutsche Hypotheken SE | Eckard Schulz

Die Deutsche Hypotheken SE (Vorstand Eckard Schulz, mit Sitz Königswall 38- 40 in 44137 Dortmund) bietet eine Anlageform an, die mit hohen Risiken verbunden ist. Es sollen auf diese Art wieder einmal 25.000.000,00 EUR über Websites und/oder Vertriebe eingeworben werden. Achtung! Aus diesem Grund ist ratsam, eine derartige Anlage genauestens zu prüfen. Es handelt sich um ein Darlehen mit einem qualifizierten Nachrang. Das bedeutet für den Anleger, dass wenn die Firma in Schieflage gerät oder sogar die Insolvenz droht, die Einlagen vollständig verloren sind.

Beitragsbild: Hypothekenfonds | Deutsche Hypotheken SE | Eckard Schulz

Gold International SE beteiligt an die Deutsche Hypotheken SE


Das System ist nicht neu. Wie zu erkennen, ist die Gold International SE mit 90% an der Deutsche Hypotheken SE beteiligt. Über die Gold International SE berichtete Verbraucherdienst e.V. in der Vergangenheit bereits.

Es wurden unerfahrene Verbraucher mittels Cold Calling kontaktiert. Diese wurden dann entweder mittels Postidentenverfahren Spar,-und Reservierungspläne, oder patriarchische Darlehen auf Aktien der Gold International SE angedient. Die Gold International wurde Anlegern unter dem Werbeslogan "Reich durch Ideen" präsentiert. Die Anleger sind bis heute durch Ideen nicht reich geworden.

Ein Börsengang wurde immer wieder nach Aussagen der Anleger versprochen. Doch Gewinne wurden bis heute nicht wirtschaftet und der Börsengang wurde ebenfalls nicht vollzogen. Auch die Anleger haben keine Verzinsung für ihr eingelegtes Kapital erhalten. Um die Gelder nicht zur Auszahlung zu bringen, ist man auf die Idee gekommen, sogenannte Ersetzungsbefugnisse zu versenden. Unerfahrene Anleger unterzeichneten dies, ohne darüber Kenntnis zu haben, was das für sie bedeutet: nach Ablauf der Darlehens 2022 würden sie irgendwelche Aktien der Gold International SE erhalten. Die Anleger erhielten monatliche Kontoauszüge, in denen der Wert der Aktien bis zu 174,00 EUR ausgewiesen wurde. Sie wurden förmlich reich gerechnet.

Zahlreiche Klagen wurden erfolgreich für Mitglieder bestritten


Zahlreiche Klagen wurden durch die Anwälte des Verbraucherdienst e.V. für Mitglieder erfolgreich bestritten. In den geführten Klagen vor dem Amtsgericht sowie Landgericht Düsseldorf wurde die Gold International SE auf Rückzahlung der Anlegergelder verurteilt. In weiteren Klagen wurde die Gold International SE mit dem Vorstand Eckard Schulz sogar gesamtschuldnerisch verurteilt - auf Rückzahlung der Anleger. In Sachen Gold International SE ist jedem Anleger gut beraten, wenn er seine Rückzahlungsansprüche durch versierte Rechtsanwälte prüfen lässt.

Über Deutsche Hypotheken SE


Gegenstand des Unternehmens der Deutsche Hypotheken ist der An- und Verkauf von Edelmetallen, seltenen Erden und Rohstoff en jedweder Form, in Förderung selbst oder mittelbar durch Beteiligung an entsprechenden Unternehmen einschließlich des Erwerbs hierauf bezogener Immobilien, Grundstücke und Rechte sowie aller hiermit im Zusammenhang stehender Geschäfte. Zur Förderung dessen ist die Gesellschaft ausdrücklich auch zum Erwerb, der Innehaben, Verwaltung und Veräußerung von Beteiligungen und sonstigen Investitionen in Unternehmen jedweder Art, insbesondere in den Bereichen E-Commerce, Finanzen, Immobilien, Presse, Logistik etc. berechtigt. Ausdrücklich gestattet ist auch die Beteiligung, sei es mittelbar oder unmittelbar, an Unternehmen, die mit der Einwerbung von Kapital befasst sind, sowie die Durchführung sämtlicher damit zusammenhängender Geschfte.

Mit starken Werbeslogans wird um die Anlegergelder gebuhlt, so heißt es auf der Startseite http://hypothekenfonds.de/:

"Bei dem Hypothekendarlehen handelt es sich um ein der Deutsche Hypotheken durch den Anteilsinhaber gewährtes qualifiziert nachrangiges Darlehen. Ihr der Deutsche Hypotheken gewährtes (qualifiziert nachrangiges) Darlehen wird durch uns hypothekarisch oder anderweitig grundpfandrechtlich gesichert und erfährt hierdurch dasjenige Maß an Sicherheit, das Sie hoffentlich gut schlafen läßt. Neben einer im Marktumfeld positiv herausragenden Festverzinsung räumen wir Ihnen als Anleger die Möglichkeit ein, umfassend am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmensgruppe zu partizipieren."

Mit diesem Werbeslogan soll der Anleger offensichtlich in Sicherheit gewogen werden. Diese Aussagen sind nach Meinung des Verbraucherdienst e.V. leere Worthülsen.

Nach dem Unternehmensgegenstand zu urteilen will die Deutsche Hypotheken SE auf viele Hochzeiten tanzen. Doch konkret, welche Beteiligungen und Immobilien tatsächlich erworben werden sollen, bleibt offen.

Auch hier sollen die Anleger statt dem Erhalt einer Darlehensrückzahlung eine sogenannte Ersetzungsbefugnis unterzeichnen. Das bedeutet keine Darlehensrückzahlung, sondern wieder einmal Aktien. Auch die Gelder der Anleger sollen laut Zeichnungsschein nicht auf das Konto der Deutschen Hypotheken SE fließen, sondern auf die Konten der Gold International B.V. in Holland fließen. Interessant, meint Verbraucherdienst.

Deutschen Hypotheken SE Hinweis auf Widerrufsbelehrung nach dem Fernabsatzgesetz

Es liegt die Vermutung nahe, dass hier ebenfalls wieder Verbraucher mittels Cold Calling kontaktiert werden sollen. Auch die Mitarbeiter, die als „Geschäftsmänner von Welt“ dargestellt werden, sind Verbraucherdienst e.V nicht neu. Sie waren oder sind noch für die Gold International SE tätig gewesen und haben dort schon tolle Reichtümer versprochen. Doch gehalten wurde davon bis heute nichts.

Weitere Informationen zu Deutsche Hypotheken SE oder Gold SE


Haben Sie Fragen bezüglich dieses Artikels? Kontaktieren Sie uns für weitere allgemeine Informationen. Sie erreichen uns unter folgenden Möglichkeiten:

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Montag, 12. Dezember 2016

Global Financial Invest AG | Urteil 2016

Verbraucherdienst e.V. berichtete bereits am 04.06.2012 sowie am 10.03.2015 über die Global Financial Invest AG (GFI AG) und deren Geschäftsmodell. Die Global Financial Invest AG versprach gegenüber Ihren Anlegern mittels Urkunden, dass der Rückkaufwert aus den Lebensversicherungen in doppelter Höhe wieder zurückgezahlt werden soll.

Beitragsbild: Urteil zu Global Financial Invest AG (GFI AG)


Dazu bediente sich die GFI AG verschiedener Rückzahlungsmodelle. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) untersagte bereits Jahr 2012 Global Financial Invest AG die Geschäftstätigkeit und ordnete die Abwicklung der bestehenden Geschäfte an (vgl. Pressemitteilung vom 05.10.2012 BaFin zuletzt geändert am 09.11.2015. Über das Vermögen der GFI AG wurde am 20.03.2015 durch das Amtsgericht Frankfurt vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet (Az. 810 IN 85/15).


Schadensersatzansprüche durch die Anleger gegen die Verantwortlichen der GFI AG gegeben?


Aktuell vertreten Rechtsanwälte, welche an angeschlossen Verbraucherdienst e.V. angeschlossen sind, Geschädigte wegen Schadensersatzansprüchen gegen die Verantwortlichen Michael Szulc (Vorstand), sowie Lukas Kret  (ebenfalls Vorstand der Global Financial Invest AG) mit Erfolg.

Das Landgericht München I urteilte am 01.12.2016 (Az. 40 O9518/16), das beide Verantwortliche Michael Szulc sowie Lukas Kret als Gesamtschuldner an den Geschädigten 16.469,41 EUR nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über den Basiszinssatz seit dem 23.09.2015 zu zahlen sind.

Scan: Urteil GFI AG | Seite 1 | 01.12.2016
Urteil GFI AG | Seite 1 | 01.12.2016

Scan: Urteil GFI AG | Seite 2 | 01.12.2016
Urteil GFI AG | Seite 2 | 01.12.2016


Das Geschäftsmodell der GFI AG (Global Financial Invest AG) stellt rechtlich ein Einlagengeschäft im Sinne des §1 Abs.1Satz 2 Nr. 1 Alt. 2 KWG dar. Eine Erlaubnis nach §32 KWG hatte die GFI AG nicht inne. Die Gelder waren aufgrund der Vereinbarungen im „Kaufvertrag“ unbedingt nach dem vereinbarten Zahlungsplan zurückzuzahlen, was sich aus den übermittelten Urkunden der GFI AG an den Geschädigten ergibt. Michael Szulc haftet für den Vorstand der GFI AG begangenen Verstoß gegen §32 KWG Abs. 1 Satz 1 KWG persönlich und solidarisch neben Lukas Kret, nach §823 Abs.2, 840 Abs.1 BGB, weil er den Schaden selbst durch eine unerlaubte Handlung herbeigeführt hat.

Als Vorstand der Global Financial Invest AG wäre er verpflichtet gewesen, den Antrag auf Erlaubnis für die GFI AG bei der BaFin zu stellen. Vor der Entgegennahme der Anlagegelder hätte dieser sich über eine etwaige Erlaubnisserfordernisse bei der BaFin unterrichten müssen.

Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst


Haben Sie weitere Fragen zu der Global Financial Invest AG (GFI AG) oder zu Kapitalanlagen? Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen allgemeiner Art.

Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

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oder per E-Mail:

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Mittwoch, 16. November 2016

News zu Gold International SE

Titelbild: News zu Gold International SE- Düsseldorf - Erfahrungen


Verbraucherdienst e.V., vertreten durch den Vorstand, suchte am 15.11.2016 die Büroräume der Gold International SE an der Füllenbachstraße 4 in 40474 Düsseldorf auf. Ein Schreiben einer angeschlossenen Rechtsanwältin durch ein Gericht konnte nicht zugestellt werden. Vor Ort wurde festgestellt, dass die Büroräume dort aufgelöst waren. An den Briefkästen fand sich lediglich ein Zettel: „Verzogen nach Dortmund“.

Beitragsbild: Gold International SE: „Verzogen nach Dortmund“
Gold International SE: „Verzogen nach Dortmund“ | 15.11.2016


 Auf der Homepage befand sich im Impressum bis zum 15.11.2016 der Hinweis, dass sich die Gold International SE sich noch an den Standort Düsseldorf befinden sollte. Bei einem Anruf bei der Hotline durch eine Mitarbeiterin des Verbraucherdienst e.V. am 15.11.2016 wurde die Geschäftsanschrift Düsseldorf mitgeteilt.

Die Vorstandsvorsitzende suchte dann die Büroanschrift in Dortmund auf. Auch dort befand sich auf dem Türschild kein Hinweis auf die Gold international SE.

Beitragsbild: Gold International SE: Kein Hinweis auf die Firma in Dortmund | 15.11.2016
Gold International SE: Kein Hinweis auf die Firma in Dortmund | 15.11.2016


Verbraucherdienst e.V. berichtete bereits in der Vergangenheit über das geschäftliche Vorgehen der Gold International SE in dem Beitrag „Gold International SE: Warnung vor verlockenden Versprechungen“.


Call ON GmbH und Gold International SE

In einem gerichtlichen Verfahren teilte ein Mitarbeiter der Call ON GmbH mit, dass er in seiner Arbeitszeit mit Verbrauchern bis zu 100 Telefonate am Tag geführt hatte, um Unterlagen der Gold International SE zu bewerben. Der Mitarbeiter war zuvor Lokführer. Aufgrund seiner beruflichen Qualifikation zweifelt Verbraucherdienst e.V. an, dass eine sach,- sowie objektgerechte Beratung im Rahmen von Wagnisrisikokapitalanlagen gegenüber den Angerufenen tatsächlich erfolgen konnte. Wenn man die Arbeitszeit durch 100 Anrufe teilt, blieb für das einzelne Gespräch eine maximale Zeit 4,8 Minuten.

Wirtschaftliche Situationen der Gold International SE


Anhand der Unterlagen, die Anwälte des Verbraucherdienst e.V. geprüft haben, wurde festgestellt, dass die Gold International SE 10% Vertriebskosten auf die eingezahlten Anlagegelder an die angebundenen Unternehmen zu Lasten der Gold International SE gehen. Zudem ließ sich feststellen, dass von den eingezahlten Geldern (Stand 31.12.2015) in Höhe von 5.866.454,47 EUR ein Jahresfehlbetrag in Höhe von insgesamt 1.519.816,43 EUR und eine ins gesamter Bilanzverlustvortag 2.211.035,87 EUR entgegen steht.

Der Bilanzverlust beträgt (Stand 31.12.2015) insgesamt 3.730.852,30 EUR. Auch stellte sich heraus, dass bisher keine Gelder in das operative Geschäft (Firmenstartups) geflossen sind. Zudem rechnet die Gesellschaft auch für 2016 wegen der hohen Vertriebskosten und der hohen Kosten für die Erstellung eines Wertpapierprospektes nicht mit einem positiven operativen Geschäftsergebnis.

Wie werthaltig die Goldaktie aufgrund der wirtschaftlichen Ergebnisses tatsächlich ist, kann sich jeder selbst ausmalen. Auf den Kontoauszügen der Gold International SE wurden Preise der Aktie angegeben zwischen 20 und 80 EUR. Wie diese Preise aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Gold International SE zustande gekommen sein sollen, bleibt weiterhin fraglich.

Emissionsprospektpflicht


Die Kapitalbeschaffungsmaßnahme partiarisches Darlehen unterliegt dem Vermögensanlagegesetz. Mit der Einführung des Kleinanlegerschutzgesetzes, welches am 10. Juni 2015 in Kraft getreten ist, greift grundsätzlich die Prospektpflicht für das partiarische Darlehen. Der Bundesrat hat am 12. Juni 2015 das im April vom Bundestag (BT-Drucksache 18/3994 vom 11.02.2015 und BT-Drucksache 18/4708 vom 22. April 2015) verabschiedete Gesetz gebilligt. Obwohl wie hier laufende Emissionen eine 12 Monate Übergangsfrist haben. Nach Anfrage am 16.11.2016 bei der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) liegt kein Prospekt durch die Gold International SE vor.

Kontakt mit Verbraucherdienst e.V.


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