Posts mit dem Label Gold werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gold werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 10. Oktober 2019

PIM Gold GmbH Insolvenz: Wie sollten sich Anleger jetzt verhalten?

Der Goldhändler PIM Gold GmbH aus dem hessischen Heusenstamm macht derzeit Schlagzeilen. Vor einer Woche gab es eine Razzia und es steht der Vorwurf eines Schneeballsystems im Raum. Das Verfahren läuft und die zuständigen Ermittler rechnen mit einem Millionenschaden. Wo ist das Gold und wie sollten betroffene Anleger reagieren?

Titel: PIM Gold GmbH Insolvenz: Wie sollten sich Anleger jetzt verhalten?

Was bot die PIM Gold GmbH an?


In der diesjährigen Ausgabe 22 des Fachmagazins „FOCUS MONEY“ wurde der hessischen PIM Gold GmbH (ehemals Pim GOLD und Scheideanstalt GmbH) die Gesamtbewertung “Sehr Gut” für ihr Angebot an regelmäßigen Goldkaufangeboten verliehen. Dieses Lob ist zahlreich in Online-Berichten über das Unternehmen aus Heusenstamm zu lesen, häufig mit der Ergänzung: „Zu Recht, denn die PIM GOLD lebt einen überaus hohen Qualitätsanspruch wie auch großen Ehrgeiz, stetig immer leistungsfähiger zu werden.“ Auch der CEO des Unternehmens namens Mesut P. veröffentlichte diesen Text auf seiner eigenen Homepage.

Aktuell ist diese Webseite und viele weitere Angebote der PIM Gold für Besucher nicht mehr zugänglich (Stand 10.10.2019). Seit 2008 verkaufte besagte Firma unter diversen Bezeichnungen das begehrte Edelmetall an interessierte Anleger. Jedoch wurde den Kunden kein Gold zum Marktwert verkauft und ausgehändigt, eine komplett andere Handhabe, als es bei jeder Bank oder Sparkasse ablaufen würde. PIM Gold GmbH verlangte laut unseren Recherchen rund 30 Prozent über Markt-preis für das Gold, durch das ein kostspieliges Provisionssystem finanziert wurde. Kunden wurden je nach Modell sogar Bonusgold zugesichert, was wie eine Art Verzinsung den von PIM verwahrten Bestand mehren sollte. Zusätzlich stellte die Firma Rückkäufe unabhängig von der Marktentwicklung in Aussicht – mit reduzierten Preisrisiken.

Insolvenz: Verfahren gegen PIM Gold


Nachdem ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugs gegen das Unternehmen eröffnet worden war, meldete die PIM Gold GmbH aus Heusenstamm Insolvenz an. Das Gericht wird demzufolge das Insolvenzverfahren offiziell eröffnen und die geschädigten Anleger können Forderungen anmelden. Ein Lichtblick für betroffene Anleger: Offenbar konnten Staatsanwälte inzwischen beträchtliche Mengen an Gold bei der insolventen Firma sicherstellen. Nur leider werden die mehrfachen Goldfunde zur Befriedigung sämtlicher Anlegeransprüche wahrscheinlich nicht ausreichen.

Anfang 2020 findet eine Gläubigerversammlung statt, bei der verschiedene Beschlüsse über den weiteren Fortgang zu fällen sind. Über die Höhe der möglichen Insolvenzquote sind zu diesem Zeitpunkt keine Einschätzungen möglich. Dafür entscheidend wird auch sein, welche rechtlichen Maßnahmen der Insolvenzverwalter gegen Geschäftsführer Mesut P., Vermittler oder auch frühere Anleger einleiten wird.

Der vorläufige Insolvenzverwalter muss nun bei der PIM Gold GmbH (Aktenzeichen 8 IN 402/19) und beim Vertrieb Premium Gold Deutschland GmbH (Aktenzeichen 8 IN 403/19) das vorhandene Buchhaltungschaos aufarbeiten und die verfügbaren Vermögenswerte sichern.
Handelt es sich um ein Schneeballsystem?

Dieser Vorwurf wird derzeit noch überprüft. Jedoch steht diese Vermutung im Raum. So soll das Unternehmen bei Investoren über Jahre Gelder zum Kauf von rund 3,4 Tonnen Gold mit einem aktuellen Marktwert von etwa 150 Millionen Euro eingesammelt haben. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat den Verdacht, dass ein großer Teil des Goldes nicht existiert - und die PIM Gold-Verantwortlichen ein Schneeballsystem betrieben haben. Der Anwalt des Hauptverdächtigen Mesut P. wollte sich bislang dazu nicht äußern (Quelle: Manager-Magazin.de). Sollte PIM ein Schneeballsystem gewesen sein, werden im Sinne einer Gläubigergleichbehandlung vermutlich von PIM-Kunden erhaltene Zahlungen bis vier Jahre vor dem Insolvenzantrag zurückgefordert.

Staatsanwalt ermittelt: Gold der Kunden noch verfügbar?


Für den Haftbefehl gegen den CEO Mesut P. hat die zuständige Staatsanwaltschaft aufgrund der schon länger laufender Ermittlungen Lieferverpflichtungen von 3,38 Tonnen angegeben. Wert: 148 Millionen EUR. Tatsächlich gefunden haben die Ermittler allerdings bei einer Durchsuchung im Juli dieses Jahres nur 228 Kilogramm. Anfang September war allerdings noch unklar, wohin die fehlenden Bestände verschwunden sind. In einer bundesweit durchgeführten erneuten Durchsuchung an verschiedenen Standorten konnten inzwischen weitere Bestände sichergestellt werden. Der vorläufige Insolvenzverwalter kann deshalb die schlimmsten Befürchtungen zumindest etwas entkräften: „Wir gehen mindestens von der doppelten Menge an Gold aus.“ Bei 500 Kilogramm würde aber zu den knapp 3,4 Tonnen immer noch ein Großteil fehlen.

Betrug? Skepsis gegenüber der PIM Gold GmbH


Bereits im November 2018 hat das Landgericht Frankfurt der damals noch unter PIM Gold- und Scheideanstalt GmbH firmierenden Gesellschaft untersagt, sich weiter als Scheideanstalt zu betiteln. Vergleichbare Werbeaussagen wie „Deutschlands größtes Goldportal“ und Hinweise auf die günstigsten Preise wurden durch das Gericht untersagt. PIM veröffentlichte seit drei Jahren keine Jahresabschlüsse mehr, was die Skepsis steigen ließ. Die letzte im Bundesanzeiger einzusehende Bilanz stammt von 2015. Bezüglich der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat PIM Vorwürfe grundsätzlich abgestritten und beispielsweise zum Verdacht von Goldfehlbeständen behauptet: „Das Gold der Kunden wird getrennt vom Betriebsvermögen der Pim-Gold und Scheideanstalt aufbewahrt. Gegenüber der Staatsanwaltschaft wurde bereits der Beweis erbracht, dass keine Fehlbestände vorliegen.“ Mittlerweile ist bekannt, das diese Aussage nicht der Wahrheit zu entsprechen scheint.

Wie sollten Gold-Anleger sich verhalten?


Scheinbar haben manche Kunden ihr Gold ausgehändigt bekommen und sind damit höchstwahrscheinlich auch Eigentümer geworden. Jedoch sieht es anders bei jenen Kunden aus, die PIM Gold GmbH mit einer Verwahrung beauftragt haben. Es könnte fraglich sein, ob die vertraglichen Vereinbarungen hinreichend bestimmt waren, um den Anlegern auch Eigentum im rechtlichen Sinne zu verschaffen. Ebenso können erhebliche Differenzen entstehen, den rechtssicheren Nachweis zu führen, welche Goldbestände welchen konkreten Anlegern zuzuordnen sind. Daran würde auch eine schriftliche Bestätigung über die personalisierte Einlagerung nichts ändern.

Damit betroffene Anleger eine Chance haben, an das angelegte Geld zu kommen, würde ein Vorgehen gegen den Anlageberater oder Vermittler in Frage kommen, über den der betreffende Anleger seine Goldanlage bei der PIM Gold GmbH oder der Premium Gold Deutschland GmbH getätigt hatte. Möglicherweise wurden betreffende Anleger nicht hinreichend über die Risiken des betreffenden PIM-Goldanlageprodukts aufgeklärt. In so einem Fall würde der Berater bzw. Vermittler wegen schuldhafter Falschberatung haften.

PIM-Gold-Anleger sollten nicht zögern, sondern umgehend tätig werden, um ihre Chancen zu nutzen. Betroffene Kunden sollten nicht länger warten, sondern sich an uns wenden, um alle ihre Rechte zu wahren und tätig werden, zumal das Prioritätsprinzip gelten könnte.

Update KW42: Lückenhafte Buchhaltung, die Geduld der Anleger ist gefordert


Der zuständige Rechtsanwalt soll bei seiner Suche nach Vermögenswerten festgestellt haben, dass es sich bei den erfassten Gold- und anderen Edelmetall-Beständen letztendlich eine Menge von 500 Kilogramm Gold fand. Die 10.000 Edelmetall-Anleger müssen sich scheinbar in Geduld üben, bis alle Unterlagen gesichtet wurden, da die Buchhaltung der PIM Gold GmbH lückenhaft zu sein scheint. Weiterhin wird durch die Staatsanwaltschaft Darmstadt gegen Verantwortliche der PIM Gold aus Heusenstamm in Hessen ermittelt. Nicht nur wurden Anfang September Geschäftsräume durchsucht, sondern auch der Geschäftsführer festgenommen – unter anderem wegen des Vorwurfs des gewerbsmäßigen Betrugs. Es könnte sich noch hinziehen, ehe die Anleger mehr Informationen bezüglich ihrer Ansprüche erhalten. Der zuständige Rechtsanwalt rechnet im Dezember mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Hilfe bei PIM Gold GmbH


Haben Sie auch Erfahrungen mit der PIM Gold GmbH oder suchen Sie allgemeine Informationen zu diesem Thema? Über unsere Kontaktmöglichkeiten erhalten Sie erste allgemeine Informationen.

0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com

Für Nichtmitglieder ist es und nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur erlaubt Fragen allgemeiner Art zu beantworten.
Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch kooperierende Rechtsanwälte durchgeführt.

Montag, 10. März 2014

Gold International SE | Goldaktie eine Abofalle?

Goldaktie - Überraschend schellt das Telefon und die Person am anderen Ende hat einen sicheren Kapitalanlage-Tipp mit der Gold Aktie International SE, II SE oder III SE.

Gold International SE  Goldaktie eine Abofalle

Gold International SE - Goldaktie via Cold Call


Der Anruf kommt für den Verbraucher völlig überraschend, denn er hatte vorher keine telefonischen Informationen zur Goldaktie erfragt. Es handelt sich in einem solchen Fall also um einen unerlaubten Werbeanruf, auch bekannt als Cold Call. Der Anrufer nennt dem überraschten Verbraucher vollmundig überzeugende Zahlen und Fakten, verweist auf hohe Renditen ohne / mit geringem Risiko bei einer Investition in die Goldaktie. Abschliessend wird angeboten kostenloses Informationsmaterial zu Goldaktien per Post zu senden.

Annahme des Infomaterials zur Goldaktie mittels Post-Identverfahren eine Abofalle?


Zeitnah bringt der Postbote die wichtig-wertvollen Informationsunterlagen zur Goldaktie. Für die Herausgabe an den empfangenden Verbraucher muss dieser sich via Personalausweis und zwei Unterschriften gemäss dem Post-Identverfahren legitimieren. Kommt der betreffende Verbraucher dem nach, um in den Besitz des Werbematerials zur Gold Aktie zu gelangen, besteht die Möglichkeit ungewollt einen Vertrag einzugehen. Aber ist dies nicht die Vorgehensweise einer Abofalle? Und was ist geschehen? Mitglied sein heißt –  rundum für Sie da zu sein.

Post-Indentverfahren mit Gold Aktie - Verbraucher nimmt ungewollt auch Vertragsunterlagen an


Neben dem im Werbeanruf versprochenem Informationsmaterial hat der Verbraucher auch Vertragsunterlagen zur Gold Aktie bestätigt, in Empfang genommen zu haben. Inhaltlich hat er sich bspw. 4.000 Goldaktien im Wert von 10.000 Euro reserviert. Die Laufzeit der Reservierung beträgt drei Jahre bei monatlich zu zahlenden 90,00 Euro Reservierungsprämie. Das ergibt immerhin einen Gesamtbetrag von 12 x 90,00 Euro = 1.080,00 Euro/Jahr x 3 Jahre = 3.240,00 Euro für eine ungewollte Reservierung der Goldaktie.

Eigentlich ging es ja nur um die Zusendung von Informationsmaterial zur Gold Aktie – nicht aber um eine vom Verbraucher gewollte Investition – Also doch eine Abofalle?


Wenn etwas kostenlos angeboten, aber schlussendlich etwas anderes, kostenpflichtig und für den Verbraucher nicht ersichtlich, geliefert wird, muss da nicht von einer klassischen Abofallegesprochen werden?


Update zu Gold International SE vom 07.12.2015:


Achtung! Verbraucherdienst e.V. berichtet:

Derzeit berichten uns Anleger, die sich Goldaktien International reservierten, dass die Gold International SE telefonisch Kontakt aufnimmt. Laut der Berichte wird in den Telefonaten verkündet, dass der Börsengang der Goldaktie International im ersten Quartal 2016 stattfinden soll. Eine schriftliche Bestätigung des tatsächlichen Börsengangs erfolgte nicht. Auch eine aktuelle Bilanz aus 2013/2014 wurde nicht übermittelt.

Außerdem sollen bis zum 31.12.2015 sämtliche offene Reservierungsprämien voll eingezahlt werden. Andernfalls sei eine Zuteilung der Aktie laut des Unternehmens nicht möglich.

Bitte beachten Sie dabei, dass die Reservierungsprämien bisher von Gold International BV mittels Lastschrift eingezogen wurden. Das Gleiche gilt voraussichtlich für die Schlusszahlung. Die BV ist eine Gesellschaft niederländischen Rechts. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Gesellschaft nicht nach Einzahlung aller Schlussreservierungsprämien Insolvenz anmeldet, weil der Börsengang vielleicht doch nicht vollzogen werden konnte.

Der Wert der Goldaktie hat laut Gold International SE aktuell einen Wert von 120,00 EUR, Stand des Kontoauszugs 03.12.2015. Aus diesem Grund stellt sich schon die Frage, wie sich die Kursentwicklung von 2,50 EUR auf 120,00 EUR pro Aktie begründet, wenn dementsprechende Bilanzen nicht vorliegen.

Kontaktmöglichkeiten mit dem Verbraucherdienst e.V.

Allgemeine Informationen erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

0201-176 790

oder per E-Mail:

kontakt@verbraucherdienst.com


Für Nichtmitglieder ist es und nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur erlaubt Fragen allgemeiner Art zu beantworten.

Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch unseren Volljuristen durchgeführt.