Donnerstag, 22. Oktober 2015

Usenet.nl S.r.l. | mediafinanz Forderungsmanagement

Kunden des Portals „usenet.nl“ schließen bei Unaufmerksamkeit möglicherweise ungewollt ein Abonnement ab. Nach einer Testphase von 14 Tagen wandelt sich der kostenlose Testzugang in ein kostenpflichtiges Abo für jährlich 99,96 EUR um, sofern man nicht rechtzeitig kündigt. Versäumt man darüber hinaus das Begleichen der Rechnung, wird der Kunde durch das Inkassobüro mediafinanz Forderungsmanagement zur Zahlung aufgefordert. Verbraucherdienst e.V. wurde von einem Verbraucher kontaktiert, der jedoch laut eigener Aussage keinerlei Verträge mit Usenet.nl S.r.l. abgeschlossen hat, aber dennoch eine Zahlungsaufforderung erhielt. Mitglied sein heißt – Abwehrkräfte stärken!

Usenet.nl S.r.l.  mediafinanz Forderungsmanagement

Usenet.nl – Bankdaten für Gratis-Testzugang erforderlich


Das Usenet ist eins der dienstältesten Netzwerke sogenannter Newsgroups, in denen zahlreiche Dateien – wie zum Beispiel Filme, Fotos oder Musik - angeboten werden. Häufig wird das Usenet für den illegalen Austausch von urheberrechtlich geschütztem Material gebraucht; eine Alternative zum mittlerweile weit verbreiteten Filesharing über P2P Technologie.
Die Website „usenet.nl“, betrieben von der Usenet.nl S.r.l. mit Sitz in San Marino, bietet für ihre Kunden zwei Pakete (Abonnements) an, um einen Zugang zum Usenet zu erhalten.

• Compact – Laufzeit 1 Monat – 11,99 EUR
• Relax – Laufzeit 12 Monate – 99,96 EUR

Auf der Startseite von usenet.nl fällt dem Besucher direkt eine Werbebutton auf, in dem ein „Kostenloser Testzugang – 14 Tage mehr als 300 GB“ beworben wird. Um diesen Testzugang zu erhalten, muss man jedoch neben seinen Kontaktdaten seine Zahlungsart mit den dazugehörigen Daten angeben. Doch warum muss man bei einem kostenlosen Testzugang Bankdaten abgeben? Usenet hat darauf eine Antwort:

„Usenet.nl bietet Ihnen die Möglichkeit 14 Tage lang das Produkt kostenlos und umfassend zu testen. Sollten Sie nicht zufrieden sein, können Sie Ihre Mitgliedschaft jederzeit kündigen.“ (Quelle: Usenet. nl - de.usenet.nl/anmeldung/bezahldaten)

Usenet.nl - Bezahldaten - Screenshot
Screenshot | Usenet.nl - Bezahldaten | 20.10.2015


Das ist zwar eine Erläuterung des Angebots von Usenet.nl, jedoch keine Erklärung für die benötigten Bankdaten. Auch findet sich dort über der Eingabemöglichkeit der Zahlungsart der wichtige Hinweis, dass das Testabo von 14 Tagen sich automatisch in ein kostenpflichtiges Abonnement (den zuvor erwähnten Relax-Tarif von jährlich 99,96 EUR) umwandelt, sofern nicht während Testphase gekündigt wird. Sollte man die Kündigung vergessen, wird aus dem Testzugang schnell ein Abo! Das erklärt die Abfrage der Bankdaten der der Anmeldung.

Zahlungsaufforderung durch mediafinanz Forderungsmanagement


Ein Verbraucher teilte uns mit, dass er eine Zahlungsaufforderung durch das Inkassounternehmen mediafinanz Forderungsmanagement erhalten hat. In diesem Schreiben wird im Auftrag von der Firma Usenet.nl S.r.l. insgesamt 184,16 EUR verlangt. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus der Grundforderung des Mandanten Usenet.nl (99,96 EUR Jahresgebühr für die Nutzung von usenet.nl) und den zusätzlichen Inkassogebühren sowie Mahnkosten. Das Inkassobüro mediafinanz AG ist im Rechtsdienstleistungsregister eingetragen und somit berechtigt, Inkassoforderungen zu stellen.
Scan Zahlungsaufforderung

Laut der Schilderungen des Verbrauchers besteht jedoch kein Vertragsverhältnis mit Usenet.nl. Er habe sich weder bei usenet.nl angemeldet, noch habe er Zugang zum Nutzerbereich. Außerdem wurden ihm bisher keine Rechnungen bezüglich des Angebots bei Usenet zugesandt. Erst mit der Zahlungsaufforderung durch die mediafinanz Forderungsmanagement AG wurde er auf die Problematik aufmerksam.

Fraglich ist, wie ein Zahlungsverzug entstehen kann, wenn doch zuvor die Bankdaten selbst bei dem Testzugang eingegeben werden müssen? Ein nicht ausreichend gedecktes Konto oder ein Fehler in den Bankdaten wären eine Erklärung für die nicht erfolgte Abbuchung – sofern man sich auch bei usenet.nl angemeldet hat. Eine andere Erklärung wäre, dass sich der Verbraucher möglicherweise nie auf der Plattform für einen kostenlosen Testzugang registriert hat.

Haben Sie auch Erfahrungen mit Usenet.nl S.r.l. oder haben Sie eine Zahlungsaufforderung von mediafinanz Forderungsmanagement erhalten? Mitglied sein heißt – Ruhe bewahren zu können.

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Kostenlose Infos erhalten Sie über unser Verbrauchertelefon:

0201-176 790

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Eine Einzelfallberatung ist uns nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nur für Mitglieder erlaubt und wird durch unseren Volljuristen durchgeführt.

Kommentare:

  1. Ich hatte mal ein Test acc bei usenet den hab ich aber noch am selben Tag wieder gekündigt weil es einfach nur misst war eine paar Tage später fehlten mir knapp 100 Euro die sich usenet geholt hatte daraufhin habe ich eine Rückbuchung gemacht ein paar Tage später rief mich auf ein Sonntagabend ca. 20 Uhr ein angeblicher Anwalt an und wollte Geld ich habe kurz versucht zu erklären das ich noch am selben Tag gekündigt habe das war ihm egal und drohte mit Gericht ich lachte und lag auf seitdem habe ich nichts mehr von denen gehört

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  2. Hallo zusammen, es gibt anscheinend eine neue Vorgehensweise von Usenet.nl S.r.l.
    Ich habe auf meinem Kto. zuerst eine Gutschrift von 0,01€ erhalten. Einen Tag später eine Abbuchung per Lastschrift von 99,96 die ich sofort mit Widerspruch zurück gegeben habe. Ich hatte weder jemals ein account bei usenet noch habe ich meine Kontodaten angegeben. Wie usenet an die Daten rangekommen ist weiss ich nicht (evtl. über Amazon?) Daher wohl auch die Gutschrift von 0,01€ um zu testen ob die Kontodaten stimmen. Nun erhalte ich eine Mahnung vom Inkassobüro welche ich aber nicht bezahlen werde.

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    1. Haben Sie die Lösung gefunden? Ich habe gleich Erfahrung mit Usenet.nl S.r.l.. ich glaube auch die 0.01€ ist für Konto Test. Meine Situation ist noch schlecht, das Inkasso hat einen Negativ Rekord in meinem Schufa hinzugefügt. Ich suche dringend eine Lösung.

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  3. Hallo habe heute eine mahnung per post über 110,96 erhalten obwohl ich noch nie was mit denen zu tun hatte . Woher haben die meine Adressdaten? Und wie soll man sich weiterverhalten da mit inkasso gedroht wird.

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  4. Habe den Probemonat genommen und vergessen zu kündigen. Da die Abbuchung von Paypal fehl schlug, habe ich mir nichts weiter dabei gedacht. Jetzt habe ich eine Mahnung über 104,96 Euro bekommen. Jahresabo und 5 Euro Mahngebühren. Von einem Jahresabo war aber nie die Rede. Telefonisch ist niemand zu erreichen, weder über die Ortsnetznummer noch über die 0800. Außerdem kann man man im Kundenkonto nicht mal eine email Adresse für Paypal eintragen. Bin gespannt, was mich noch erwartet...

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  5. Hatte ebenfalls einen Testaccount, den ich noch am selben Tag mit Berufung auf das Widerrufsrecht über deren Online-Formular gekündigt habe, weil das Angebot nicht dem versprochenen entsprach und auch um eine Bestätigung der Kündigung / des Widerrufs gebeten hatte. Ich habe trotz mehrfacher Aufforderung nie eine Bestätigung der Kündigung erhalten. Stattdessen eine Rechnung, dann der Versuch Geld von meinem Konto abzubuchen, was ich selbstverständlich von meiner Bank rückbuchen ließ und dann die Behauptung, dass ich nicht fristgerecht gekündigt hätte. Ich habe aber Zeugen dafür, dass ich mit dem Online -Formular auf deren Webseite gekündigt habe und mir wurde im Browser- Fenster auf deren Webseite angezeigt, dass meine Nachricht übermittelt wurde. Jetzt behauptet Usenet, dass sie angeblich keine fristgerechte Kündigung erhalten hätten.

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    1. Genau der gleiche Fall bei mir! Kannst du sagen wie es bisher weitergegangen ist bei dir?

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  6. Auch heute, fast drei Jahre nach dem Artikel, gehen usenet.nl und mediafinanz.de nach dem gleichen Schema vor. Insgesamt möchten die Strolche € 178,16 obwohl ich sicher nie bei usenet.nl angemeldet war und erst recht niemals meine Kontodaten bekannt gegeben habe. Ich hab' denen geschrieben, dass sie mich bei Gericht klagen sollen.

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    1. Mir ist das selbe passiert. Kannst du mir sagen was passiert ist? Hast du nochmals von denen gehört?

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    2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    3. Meinen Schwiegereltern ist das gleiche passiert. Sie sind beide fast 70 Jahre alt und habe einen Brief erhalten, obwohl sie sich dort nie eingetragen haben.

      Hat jemand Neuigkeiten zu berichten?

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